Nach Messer-Mord: 59-Jähriger steht wieder vor Gericht

Heilbronn - Fast genau vier Jahre nach dem Mord an einer 59-Jährigen in Löwenstein (Kreis Heilbronn) endet der lange Prozess-Reigen gegen den mutmaßlichen Täter, ihren Ehemann.

Heilbronn, Januar 2018: Der Angeklagte (Mitte) sitzt im Gerichtssaal.
Heilbronn, Januar 2018: Der Angeklagte (Mitte) sitzt im Gerichtssaal.  © Roland Böhm/dpa

Vor dem Landgericht Heilbronn soll am Freitag (13 Uhr) das Urteil gesprochen werden.

Der Mann sitzt nicht zum ersten Mal wegen der Bluttat auf der Anklagebank. Schon 2018 war der 66-Jährige zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Diese Entscheidung hatte der Bundesgerichtshof (BGH) aber aufgehoben.

Dem Deutschen mit serbischen Wurzeln wird vorgeworfen, Ende März 2017 seine von ihm getrennt lebende Frau abgepasst zu haben, als sie am Abend ihre Arbeitsstätte in einem Kiosk verließ.

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Mit zahlreichen Messerstichen soll er sie getötet haben. Der Angeklagte schweigt dazu. Er hatte den Mordvorwurf aber bereits in der ersten Landgerichtsverhandlung zurückgewiesen.

Deshalb musste sich die Kammer auf Protokolle und Zeugen verlassen.

Die Verteidigung kritisierte im Prozess gravierende Fehler der Ermittler bei der Tätersuche. Bereits 2018 war bemängelt worden, die Polizei habe zu schnell und einseitig den Ehemann als einzig möglichen Täter ins Visier genommen.

Der Ehemann war nach der Tat unter anderem in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY.. ungelöst" gesucht worden. Er wurde gut zwei Wochen später festgenommen - überführt durch DNA-Spuren am Tatort.

Update, 14.37 Uhr: Erneut lebenslange Haft für Mord an Ehefrau

Der Angeklagte ist in der Neuauflage des Prozesses erneut zu einer lebenslangem Haftstrafe verurteilt worden. Der 66-Jährige habe Ende März 2017 seine von ihm getrennt lebende Frau abgepasst, als sie nach der Arbeit in einem Kiosk zu ihrem Auto lief, zeigte sich das Landgericht Heilbronn am Freitag überzeugt.

Mit zahlreichen Messerstichen habe er sie umgebracht. Der Vater soll eifersüchtig gewesen sein, weil seine Frau einen neuen Lebenspartner gefunden hatte.

Der Deutsche mit serbischen Wurzeln hatte die Tat stets bestritten und den Mordvorwurf auch in der ersten Landgerichtsverhandlung zurückgewiesen. Die Tatwaffe wurde nie gefunden, direkte Zeugen der Tat gibt es nicht.

Mit dem Urteil folgte die Kammer der Forderung von Staatsanwaltschaft und dem Nebenklageanwalt, der die erwachsenen Kinder des Ehepaares vertritt. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Titelfoto: Roland Böhm/dpa

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