Unfassbarer Mord: Mann tötet grundlos seine "Traumfrau" und Sohn

Karlsruhe - Im Mordprozess gegen einen Familienvater aus Tiefenbronn (Enzkreis) will das Landgericht Karlsruhe am Dienstag sein Urteil verkünden.

Vor dem Landgericht Karlsruhe soll heute das Urteil gesprochen werden.
Vor dem Landgericht Karlsruhe soll heute das Urteil gesprochen werden.  © Uli Deck/dpa

Der 61-Jährige hatte über eine Erklärung seiner Anwältin zum Prozessauftakt eingeräumt, Ende Mai vergangenen Jahres im gemeinsamen Haus seine 38 Jahre alte Frau und den achtjährigen Sohn getötet zu haben (TAG24 berichtete). 

Der elfjährige Sohn, den er ebenfalls umbringen wollte, überlebte nur knapp. Der angeklagte Vater versuchte sich nach der Bluttat mit Tabletten und Alkohol umzubringen.

Bei dem Deutschen wurden psychische Probleme diagnostiziert. Vor Jahren wurde bei ihm eine bipolare Störung festgestellt. 

Für die Tat hat er keine Erklärung. "Meine Frau und die Kinder waren das Wichtigste in meinem Leben", betonte er in der Erklärung zum Prozessbeginn. 

Seine sehr viel jüngere Frau, mit der er in zweiter Ehe verheiratet war, sei seine Traumfrau gewesen, mit der er Traumkinder gehabt habe. Es habe weder Trennungsabsichten noch finanzielle Probleme gegeben. 

Der Angeklagte ist im Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg inhaftiert.

Familienvater wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen

Update 11.31 Uhr: Der 61-jährige Angeklagte wurde wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen. Das Landgericht Karlsruhe entschied, dass der Familienvater in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden muss. 

Verteidigung fordert Freispruch

Update 10.53 Uhr: Nach der Staatsanwaltschaft plädierte jetzt auch die Verteidigung vor dem Landgericht Karlsruhe auf Schuldunfähigkeit ihres Mandanten, sowie Freispruch. Der Mann habe im Wahn gehandelt.

Staatsanwältin hält Familienvater für schuldunfähig

Update 10.30 Uhr: Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte nicht ins Gefängnis, sondern in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden. Der 61-Jährige sei wegen einer schweren Depression mit wahnhaften Zügen schuldunfähig, sagte die Vertreterin der Anklage am Dienstag vor dem Landgericht Karlsruhe. Er habe seine Familie schützen und deshalb in den Tod mitnehmen wollen. Das Mordmerkmal der Heimtücke sei nicht gegeben, das habe die Beweisaufnahme ergeben. 

Einsatzkräfte der Polizei und des Deutschen Roten Kreuzes im Mai 2019 in Tiefenbronn.
Einsatzkräfte der Polizei und des Deutschen Roten Kreuzes im Mai 2019 in Tiefenbronn.  © Aaron Klewer/Einsatz-Report24

Titelfoto: Aaron Klewer/Einsatz-Report24

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