Mann überlebt zwei Schüsse in den Kopf: Das droht dem mutmaßlichen Täter

Kiel - Zwei Maskierte lauern ihrem Opfer - mit einem Baseballschläger und einem Revolver bewaffnet - an dessen Wohnanschrift in Eckernförde (Schleswig-Holstein) auf.

Mitten in einem Wohngebiet wurde mindestens vier Mal geschossen. (Symbolbild)
Mitten in einem Wohngebiet wurde mindestens vier Mal geschossen. (Symbolbild)  © Magdalena Tröndle/dpa

Dann schlagen sie, völlig überraschend für den heimkehrenden 33-Jährigen, mit dem Schläger zu und schießen mindestens vier Mal. "Um ihn zu töten", wie die Staatsanwaltschaft beweisen will. 

Der Mann wird lebensgefährlich verletzt, muss mehrfach operiert werden und liegt wochenlang im Krankenhaus. Einer der mutmaßlichen Täter muss sich nun vor Gericht verantworten.

Ab Freitag sitzt der 36-jährige Armenier wegen Mordversuchs vor dem Kieler Schwurgericht auf der Anklagebank. Ihm drohen bei einer Verurteilung mindestens fünf bis fünfzehn Jahre, unter Umständen sogar lebenslange Haft.

Die Hintergründe der Tat liegen noch im Dunkeln. Weder die Staatsanwaltschaft noch der Gerichtssprecher machten dazu Angaben. 

Es wurden fünf Verhandlungstage festgesetzt, um herauszufinden, was am 30. März dieses Jahres gegen 19 Uhr auf offener Straße geschah und welches Motiv hinter dem Gewaltverbrechen stecken könnte.

Da der Angeklagte und das Opfer Armenier sind, spekulierten Medien, dass es bei der Tat um einen Racheakt unter osteuropäischen Banden gehen könne. Der Angeklagte wurde noch in der Tatnacht zusammen mit einem 27-jährigen Mann im Großraum Lübeck festgenommen. Beide Männer sollen aus dem Raum Ostholstein stammen. Zeugen hatten der Polizei Hinweise auf das Fluchtfahrzeug gegeben. Der Angeklagte sitzt seither in Untersuchungshaft. Der andere Mann kam wieder frei.

Ein Schuss hatte die Fensterscheibe einer Wohnung in direkter Nähe durchschlagen - die dort wohnende Seniorin kam mit dem Schrecken davon. Doch zwei Kugeln drangen in den Hinterkopf des Opfers.

Zum Prozesstart sind zunächst sechs Zeugen geladen, das Opfer ist noch nicht darunter. Das Urteil wird nach bisheriger Planung am 30. November erwartet.

Titelfoto: Magdalena Tröndle/dpa

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