Minderjährige zünden aus Zeitvertreib Wohncontainer an, ein Mann stirbt

Heidelberg - Sie sollen aus Mordlust ein Feuer gelegt und dadurch einen Obdachlosen in einem Wohncontainer getötet haben - das Landgericht Heidelberg wird am Dienstag (8.30 Uhr) voraussichtlich das Urteil gegen zwei Minderjährige fällen.

Das Landgericht Heidelberg wird heute voraussichtlich das Urteil fällen.
Das Landgericht Heidelberg wird heute voraussichtlich das Urteil fällen.  © Uli Deck/dpa

Zuvor werden die Plädoyers erwartet. Die 15 und 16 Jahre alten Angeklagten sollen laut Staatsanwaltschaft im September 2019 aus Zeitvertreib in Waibstadt (Rhein-Neckar-Kreis) eine Mülltonne vor dem Wohncontainer einer Obdachlosenunterkunft angezündet haben (TAG24 berichtete).

Das Feuer versperrte dem 61-jährigen Bewohner den einzigen Ausgang. Obwohl sie das gewusst haben sollen, warfen die Beschuldigten der Anklage zufolge weitere Gegenstände in das Feuer. 

Nach früheren Erkenntnissen der Ermittler wollten die beiden auch den Wohncontainer in Brand setzen. Der Obdachlose starb an Rauchgasen.

Als Mordmerkmale sieht die Staatsanwaltschaft in diesem Fall Heimtücke und niedrige Beweggründe. 

Die höchste Strafe, die die Jugendkammer in diesem gänzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelten Fall verhängen kann, beträgt zehn Jahre Freiheitsentzug.

Update 16.28 UhrWegen Brandstiftung mit Todesfolge sollen der 16-Jährige und der 15-Jährige nach dem Willen der Jugendkammer fünf Jahre beziehungsweise vier Jahre und drei Monate in Haft (Az.: 3 KLs 301 Js 24030/19 jug.) Damit blieben die Richter unter dem von der Staatsanwaltschaft vorgeschlagenen Strafmaß von sieben Jahren und drei Monaten sowie sechs Jahren. Die Anklagebehörde hatte den Jugendlichen «Mordlust» attestiert. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren gefordert.

Die Feuerwehr konnte den Mann nur noch tot aus dem Wohncontainer bergen.
Die Feuerwehr konnte den Mann nur noch tot aus dem Wohncontainer bergen.  © Julian Buchner/Einsatz-Report24

Titelfoto: Julian Buchner/Einsatz-Report24

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