Nach tödlicher Messerattacke in Dresden: Gedenken an Opfer in Krefeld

Krefeld/Dresden - Mit einer Gedenkfeier unter freiem Himmel haben etwa 100 Menschen in Krefeld an den 55-Jährigen erinnert, der bei der mutmaßlich radikal-islamistisch motivierten Messerattacke in Dresden ums Leben kam.

Krefeld: Menschen stehen im Kreis bei einer Gedenkveranstaltung für das Krefelder Todesopfer des Messerangriffs von Dresden.
Krefeld: Menschen stehen im Kreis bei einer Gedenkveranstaltung für das Krefelder Todesopfer des Messerangriffs von Dresden.  © Marcel Kusch/dpa

Teilnehmer legten Grablichter und eine Regenbogenflagge am Portal der Alten Kirche nieder. "Krefeld ist bunt und hat es heute bewiesen", sagte Oliver Leist vom Krefelder CSD, der die Gedenkfeier initiiert hatte.

Unter den Teilnehmern war auch Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD). 

Die Teilnehmerzahl auf dem Platz vor der Alten Kirche war wegen der geltenden Abstandsregeln zum Schutz vor Corona und entsprechenden Stehplatzmarkierungen auf etwa 100 begrenzt.

Am 4. Oktober hatte ein Täter in der Dresdner Altstadt nach Angaben der Ermittler unvermittelt auf zwei Touristen aus Nordrhein-Westfalen eingestochen. 

Der 55-jährige Mann aus Krefeld starb kurz darauf im Krankenhaus. Ein 53-Jähriger aus Köln überlebte schwer verletzt.

Der Täter hatte zunächst unerkannt entkommen können. Tatverdächtig ist ein 20-jähriger Syrer, der am 20. Oktober gefasst wurde. 

Er sitzt in Untersuchungshaft. 

Eine Frau stellt eine Kerze bei einer Gedenkveranstaltung für das Krefelder Todesopfer des Messerangriffs von Dresden auf.
Eine Frau stellt eine Kerze bei einer Gedenkveranstaltung für das Krefelder Todesopfer des Messerangriffs von Dresden auf.  © Marcel Kusch/dpa

Haftbefehl wegen Mord

Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft hat er aus einer radikal-islamistischen Gesinnung heraus gehandelt.

"Er wollte die beiden Tatopfer als Repräsentanten einer von ihm als "ungläubig" abgelehnten freiheitlichen Gesellschaft auslöschen", erklärte die Behörde. 

Der von ihr erwirkte Haftbefehl lautet auf Mord, versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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