Autohändler mit Schraubendreher erstochen: Prozess beginnt 25 Jahre später

Lübeck - 25 Jahre nach dem Mord an einem Autohändler in Lübeck beginnt am Freitag vor dem Landgericht Lübeck der Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder.

Vor dem Landgericht Lübeck beginnt der Prozess nach dem Mord an einem Autohändler.
Vor dem Landgericht Lübeck beginnt der Prozess nach dem Mord an einem Autohändler.  © Rainer Jensen/dpa

Die 46 und 56 Jahre alten Männer aus Litauen sollen im Juli 1995 in Lübeck einen damals 44 Jahre alten Gebrauchtwagenhändler in seiner Wohnung mit einem Messer und einem Schraubendreher erstochen haben, teilte die Staatsanwaltschaft Lübeck mit.

Außerdem sollen sie aus der Wohnung des aus Tunesien stammenden Opfers rund 20.000 Euro geraubt haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Mord aus Habgier und zur Verdeckung einer anderen Straftat vor.

Allerdings wird nur der 56 Jahre alte Angeklagte im Gerichtssaal sitzen.

Sein mutmaßlicher Mittäter werde von Litauen nicht ausgeliefert, weil die Tat nach litauischem Recht bereits verjährt sei, sagte der Pressesprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft, Christian Braunwarth, der Deutschen Presse-Agentur.

Der 56-Jährige lebte dagegen zuletzt in Irland und wurde nach einem zeitaufwendigen Auslieferungsverfahren im Februar 2020 für die Strafverfolgung nach Deutschland überstellt.

Die beiden Tatverdächtigen hatten sich nach der Tat zunächst abgesetzt, so dass der Fall lange nicht aufgeklärt werden konnte. Erst 2015 führte nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein automatisierter Abgleich von DNA-Datenbanken aus dem europäischen Ausland zu einem Treffer.

So wurde zunächst der 46-Jährige als mutmaßlicher Täter identifiziert. Weitere Ermittlungen in Deutschland und Litauen führten nach Angaben der Staatsanwaltschaft dann im April 2016 dazu, dass das Amtsgericht Lübeck auch einen Untersuchungshaftbefehl wegen Verdachts des Mordes gegen den heute 56-Jährigen erließ.

Für den Prozess sind zunächst zwölf Verhandlungstage angesetzt. Zur Zahl der geladenen Zeugen und Sachverständigen hat das Landgericht bislang keine Angaben gemacht.

Titelfoto: Rainer Jensen/dpa

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