Nach Frauenmorden im Norden: Polizei durchsucht Schrebergarten

Rendsburg (Schleswig-Holstein) – Die Polizei hat im Zusammenhang mit dem Fall eines Prostituiertenmordes in Rendsburg eine Kleingartenparzelle in der Stadt durchsucht. 

Die Prostituierte Leyhan V. (†40) wurde tot in ihrer Wohnung gefunden.
Die Prostituierte Leyhan V. (†40) wurde tot in ihrer Wohnung gefunden.  © Polizeidirektion Kiel

Auch Leichenspürhunde sind bei der Durchsuchung am Dienstag im Einsatz gewesen. Es gebe aber bislang keine konkreten Hinweise, dass in der Parzelle jemand liege, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. 

Ein Polizeisprecher vor Ort sagte, "es gibt nicht den Fall X, wo wir sagen, die junge Dame fehlt uns noch". Dennoch könne man nichts ausschließen. Zuvor hatten Medien über die Durchsuchungen berichtet.

Die Parzelle sei von einem 40-Jährigen häufig genutzt worden, der Ende September eine gleichaltrige Prostituierte getötet haben soll. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. 

Er soll die Prostituierte mit stumpfer Gewalteinwirkung sowie dem Überziehen einer Plastiktüte über den Kopf getötet haben. Ein Zeuge entdeckte die Leiche Ende September in einer Wohnung. 

Der Verdächtige wurde als letzter Freier der Frau ermittelt.

Ermittler finden zweite Leiche

Polizeifahrzeuge stehen in der Nähe der Kleingartenanlage.
Polizeifahrzeuge stehen in der Nähe der Kleingartenanlage.  © Axel Heimken/dpa

In dem Mehrfamilienhaus in Rendsburg, in dem der Tatverdächtige wohnte, wurde vergangene Woche bei Durchsuchungen auf dem Dachboden zudem eine weitere Frauenleiche entdeckt.

Es wird noch geprüft, ob es sich um eine seit Herbst 2018 vermisste Frau handelt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Fälle zusammenhängen.

In der Kleingartenparzelle werde nach Beweismitteln gesucht, denn nach bisherigen Sachstand habe den Tatverdächtigen niemand bei der Tat beobachtet, sagte der Polizeisprecher. 

Auf dem Grundstück in der Kleingartenlange Rosengarten gebe es unter anderem eine Gartenlaube, ein Gewächshaus und einen Komposthaufen. "Das sind ja grundsätzlich auch Möglichkeiten hier Beweismittel abzulagern."

Update, 14.25 Uhr: Identität der zweiten Frauenleiche steht fest

Wie die Polizei am Dienstag weiter mitteilte, handelt es sich bei der entdeckten weiteren Frauenleiche um eine 26-Jährige Frau, die im August 2018 in Geesthacht als vermisst gemeldet wurde. 

Aufgrund des Zustands des Leichnams war eine endgültige Identifizierung erst am Montag durch rechtsmedizinische Untersuchungen möglich.

Es bestehe der Verdacht, dass die Verstorbene ebenfalls durch Gewalteinwirkung und Überziehen einer Plastiktüte getötet wurde.

Ermittlern war schon im Vorfeld aufgefallen, dass mit den Kontodaten der Frau ein kostenpflichtiger Internet-Account auf den Namen des Beschuldigten eingerichtet worden war. 

Die Wohnung des Tatverdächtigen sei schon einmal erfolglos durchsucht worden. 

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

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