Sechsfach-Mörder von Rot am See verurteilt

Rot am See - Knapp ein halbes Jahr nach der Gewalttat mit sechs Toten im baden-württembergischen Rot am See ist der Angeklagte wegen Mordes und versuchten Mordes verurteilt worden.

Der Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt.
Der Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt.  © Marijan Murat/dpa

Das Landgericht Ellwangen verhängte am Freitag eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren und ordnete die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Der Mann erschoss Ende Januar bei einem Familientreffen in der Gemeinde bei Schwäbisch Hall sechs Verwandte mit einer Pistole - seine Eltern, zwei Halbgeschwister sowie Onkel und Tante. 

Zwei Verwandte konnten sich schwer verletzt retten. Seine Opfer richtete er teils mit Kopfschüssen hin.

Der Deutsche hatte die Tat zum Prozessauftakt gestanden und Misshandlungen seiner Mutter als Motiv angegeben. Sie habe ihn missbraucht und vergiftet. Beweise gab es dafür nicht. 

Ein Psychiater hatte bei ihm Wahnvorstellungen und eine krankhafte seelische Störung diagnostiziert (TAG24 berichtete).

Staatsanwaltschaft, Nebenklage und auch die Verteidigung hatten erklärt, dass sie den Schützen des Mordes für schuldig halten. Staatsanwalt und Nebenkläger forderten eine lebenslange Freiheitsstrafe. 

Die Staatsanwaltschaft sprach bei einem Teil der Taten von einer "eingeschränkten Steuerungsfähigkeit". Die Nebenkläger halten den jungen Mann hingegen für voll schuldfähig.

Der Verteidiger beantragte wegen aus seiner Sicht verminderter Schuldfähigkeit seines Mandanten eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Gericht: Angeklagter vermindert schuldfähig

Update 15.43 Uhr: Aus Sicht des Gerichts ist der Angeklagte vermindert schuldfähig. Eine solche Tat sei nur zu erklären als die "Tat eines psychisch schwer gestörten Täters, der teils besessen gewesen ist", sagte der Richter bei seiner Urteilsbegründung.

Der Angeklagte habe sich ab dem ersten Schuss in einem "Zustand der Raserei" befunden und sei nicht mehr in der Lage gewesen, einen klaren Gedanken zu fassen. Der Richter sprach von "unbedingtem Vernichtungswillen".

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

Mehr zum Thema Mord:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0