Bundesweite Durchsuchung im Fall Walter Lübcke: Sechs Verdächtige in Sachsen

Dresden - Im Mordfall Dr. Walter Lübcke (†65), startete am heutigen Donnerstag eine bundesweite Durchsuchung von 40 Verdächtigen, die strafbare Hasskommentare in den sozialen Medien verbreitet haben sollen. 

Der damalige nordhessische Regierungspräsident Walter Lübcke (†65, CDU). (Archivbild)
Der damalige nordhessische Regierungspräsident Walter Lübcke (†65, CDU). (Archivbild)  © dpa/Uwe Zucchi

Die betreffenden Äußerungen fielen im Zusammenhang mit der Tötung des Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (TAG24 berichete), heißt es in einer Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Dresden. 

Die Beschuldigten sollen zum Teil in den sozialen Medien zum Mord an Lübcke aufgerufen haben. Andere billigten durch entsprechende Postings die Tat, heißt es weiter.

Es bestehe der Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten, der Billigung von Straftaten und der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener.

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"Bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden – Zentralstelle Cybercrime Sachsen (ZCS) – werden insgesamt sechs Ermittlungsverfahren geführt, die sich gegen vier Männer und eine Frau im Alter von 48 bis 63 Jahren und einen weiteren Mann im Alter von 28 Jahren aus Dresden, dem Landkreis Mittelsachsen, dem Landkreis Zwickau und dem Landkreis Meißen richten." Einer der Beschuldigten ist inzwischen verstorben.

Insgesamt wurden Verdächtige aus elf Bundesländern ins Visier genommen, so das hessischen Landeskriminalamtes:

  • Baden-Württemberg: Zwei Verdächtige
  • Bayern: Sieben Verdächtige
  • Berlin: Zwei Verdächtige
  • Bremen: Ein Verdächtiger
  • Hamburg: Ein Verdächtiger
  • Hessen: Sechs Verdächtige
  • Mecklenburg-Vorpommern: Ein Verdächtiger
  • Niedersachsen: Vier Verdächtige
  • Nordrhein-Westfalen: Sieben Verdächtige
  • Rheinland-Pfalz: Zwei Verdächtige
  • Sachsen: Sechs Verdächtige
  • Sachsen-Anhalt: Ein Verdächtiger

Hintergrund der Hasstiraden gegen den ermordeten Regierungspräsidenten Lübcke waren seine Aussagen zur Asylpolitik, wegen der er seit Oktober 2015 erheblicher Kritik und Anfeindung ausgesetzt war. Besonders und speziell aus der rechten Szene. 

Der ehemalige Regierungspräsident wurde am 2. Juni 2019 in Istha bei Kassel erschossen.

Titelfoto: dpa/Uwe Zucchi

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