Polizist soll besten Freund getötet haben: Verzögerung im Mordprozess ohne Leiche

Aktualisiert: 10. November, 14.10 Uhr

Braunschweig – Ein Mordprozess ohne Leiche mit einem Bundespolizisten auf der Anklagebank verzögert sich. Am ersten Verhandlungstag am Landgericht Braunschweig wurde am Mittwoch wegen eines Krankheitsfalls die Anklage nicht verlesen.

Der Angeklagte (r) steht zum Auftakt im Mordprozess um einen Vermisstenfall im Landgericht neben seinem Verteidiger. Ihm wird heimtückischer Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen.
Der Angeklagte (r) steht zum Auftakt im Mordprozess um einen Vermisstenfall im Landgericht neben seinem Verteidiger. Ihm wird heimtückischer Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen.  © Swen Pfoertner/dpa -

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 50-Jährige seinen engsten Freund getötet hat – obwohl bis jetzt keine Leiche des seit Monaten Vermissten gefunden wurde.

Der Angeklagte soll eine offizielle Liebesbeziehung mit dessen Ehefrau angestrebt haben. Mit ihr hatte er laut Staatsanwaltschaft seit 2016 eine Affäre, ohne dass die Frau Bereitschaft gezeigt habe, ihren Mann zu verlassen. Sie und zwei Söhne des Vermissten treten als Nebenkläger auf.

In den Morgenstunden des 13. April war der Ehemann verschwunden. In seinem Garten in Liebenburg (Kreis Goslar) fanden die Ermittler Blutspuren des 51-Jährigen, ebenso in seinem Auto, das drei Tage später auf dem Expo-Gelände in Hannover entdeckt wurde.

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Weil der Mann viel Blut verlor und zudem auf ein Medikament angewiesen war, gehen die Ermittler von seinem Tod aus.

Der angeklagte Deutsche, der in Untersuchungshaft sitzt, bestritt nach der Festnahme die Vorwürfe. Trotz Zeugenaufrufen auch über die ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ungelöst" konnten die Ermittler bis heute nicht vollständig Licht in den Fall bringen.

Besonders interessierten sie sich auch für ungewöhnliche Einkäufe des 50-Jährigen nach der Tat: 11 Rasengittersteine, 16 Baustahlmatten, außerdem Bauzaunelemente, Betonfüße sowie mehrere Rollen Stacheldraht. Deren Verbleib ist ebenfalls bis jetzt ungeklärt.

Titelfoto: Swen Pfoertner/dpa -

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