Tötung aus Überforderung? Urteil gegen an Schizophrenie erkrankten Sohn gefallen

Itzehoe - Im Prozess gegen einen 41 Jahre alten Mann, der seine pflegebedürftige Mutter getötet haben soll, wird vor dem Landgericht Itzehoe am Montag (9 Uhr) das Urteil erwartet.

Der Schriftzug "Landgericht" ist am Gerichtsgebäude von Itzehoe (Schleswig-Holstein) zu sehen. (Symbolbild)
Der Schriftzug "Landgericht" ist am Gerichtsgebäude von Itzehoe (Schleswig-Holstein) zu sehen. (Symbolbild)  © dpa/Carsten Rehder/picture alliance

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von acht Jahren und die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

Die Verteidigung hat Freispruch beantragt.

Mutter und Sohn hatten zusammen in einer Wohnung in Pinneberg gelebt.

Der Mann ist an Schizophrenie erkrankt, auch die 71 Jahre alte Mutter litt an einer psychischen Erkrankung.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft erdrosselte der Sohn seine Mutter, weil er mit der Situation überfordert war.

Update, 11.03 Uhr: Sohn muss in Psychiatrie

Der 41 Jahre alter Mann hat nach Überzeugung des Landgerichts Itzehoe seine pflegebedürftige Mutter erstickt und soll dafür erst in eine psychiatrische Klinik und dann ins Gefängnis. Die Schwurgerichtskammer verurteilte ihn am Montag wegen Totschlags.

Der Fall aus Pinneberg ist ungewöhnlich: Die Mutter war an Schizophrenie erkrankt, der Sohn ist es ebenso. Beide konnten sich kaum verständigen, weil die 71-Jährige eine Sprache sprach, die ihr Sohn nicht verstand.

Der Mann war Ende 2017 in die kleine Wohnung der Mutter gezogen, um sie zu pflegen, war damit aber völlig überfordert und bekam trotz des Einsatzes von Pflegedienst und Betreuer sowie gerichtlicher Interventionen keine ausreichende Unterstützung. Zu der Tat kam es im Mai 2020.

Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Freiheitsstrafe und Unterbringung in der Psychiatrie gefordert, der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Der 41-Jährige hatte die Tat zunächst zugegeben, vor Gericht dann aber abgestritten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: dpa/Carsten Rehder/picture alliance

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