Doppelmord doch nicht aufgeklärt? Vier Verdächtige wieder auf freiem Fuß!

Ingolstadt - Rund zwei Jahrzehnte nach dem mutmaßlichen Doppelmord an einem jungen Paar aus Ingolstadt hoffen die Ermittler weiter auf eine Aufklärung des Falls.

Beamte der Spurensicherung der Kriminalpolizei Ingolstadt suchen in einem Waldstück nach Knochen eines seit 2002 vermissten jungen Paares.
Beamte der Spurensicherung der Kriminalpolizei Ingolstadt suchen in einem Waldstück nach Knochen eines seit 2002 vermissten jungen Paares.  © -/Polizeipräsidium Oberbayern Nord/dpa

Zuletzt mussten Kripo und Staatsanwaltschaft allerdings einen Rückschlag hinnehmen und vier Verdächtige aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Staatsanwaltschaft halte das Quartett allerdings weiterhin für verdächtig, wie eine Sprecherin erklärte.

Im Mai 2020 waren die beiden skelettierten Leichen der 21 Jahre alten Frau und des 23-jährigen Mannes in einem Wald bei Kipfenberg im Landkreis Eichstätt entdeckt worden.

Die Ermittler konnten aus den Knochen DNA sichern und so die Leichen identifizieren. Die Kripo bildete eine Ermittlungsgruppe, um den Fall zu klären.

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Etwa ein Jahr später ergingen Haftbefehle gegen vier Verdächtige. "Im Rahmen umfangreicher Ermittlungen und zahlreicher Zeugenbefragungen ergaben sich Hinweise auf vier Personen, die mit einem nicht natürlichen Tod des Pärchens in Verbindung stehen könnten", teilten die Ermittler damals mit.

Weitere Details wurden nicht genannt, auch nicht die Identität der Beschuldigten oder deren Beziehung zu dem Paar.

"Ganz merkwürdiger Zufall": Auch Knochen einer vermissten Münchnerin (19) am Kipfenberg gefunden

Im Herbst 2021 ordnete dann der Ermittlungsrichter wieder die Freilassung aller vier an, weil kein dringender Tatverdacht mehr gegeben sei. Die Staatsanwaltschaft habe Beschwerde gegen die Aufhebung der Haftbefehle eingelegt, erklärte Oberstaatsanwältin Andrea Grape. Das Landgericht Ingolstadt muss nun darüber entscheiden.

Bei Kipfenberg gab es erst Ende November erneut eine große Suchaktion der Polizei im Wald, um sterbliche Überreste eines mutmaßlichen Verbrechensopfers zu finden. Dabei ging es aber um eine 19 Jahre alte Schülerin aus München, die bereits im Jahr 1995 in der Landeshauptstadt verschwunden war. Von ihr wurde im Sommer 2020 ein Oberschenkelknochen bei Kipfenberg gefunden - wenige Wochen nach Entdeckung der Skelette des vermissten Paares.

Einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gebe es aber trotz der räumlichen Nähe nicht, betont Grape. "Das ist ein ganz, ganz merkwürdiger Zufall, dass wieder ein Knochen gefunden wurde", sagt sie.

Titelfoto: -/Polizeipräsidium Oberbayern Nord/dpa

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