Vier Jahre nach Mord vor Grundschule: Ermittler finden vergrabene Waffe

Bad Fallingbostel - Großeinsatz der Polizei nahe der A7: In Bad Fallingbostel haben Ermittler am Montag nach mehr als vier Jahren die mögliche Tatwaffe eines Mordes vor einer Grundschule in Visselhövede gefunden.

Ermittler fanden nahe der A7 wichtige Spuren in einem Mordfall.
Ermittler fanden nahe der A7 wichtige Spuren in einem Mordfall.  © Polizeiinspektion Rotenburg

Die Mordkommission "Motorrad" war nahe der Autobahn am Deiler Weg im Einsatz, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Fotos vom Einsatzort zeigen Ermittler in weißen Schutzanzügen und Metalldetektoren an einer Böschung.

Die Beamten hatten Erfolg! Sie fanden am Vormittag eine in der Erde vergrabene Pistole, sagte Polizei-Sprecher Heiner van der Werp zu TAG24.

Die Waffe sei stark verdreckt. Nun müssen kriminaltechnische Untersuchungen zeigen, ob es tatsächlich die gesuchte Tatwaffe ist.

In der Nähe des Fundortes wurde bereits Jahre zuvor ein Motorrad entdeckt, das für den Mord benutzt wurde.

Es geht um einen Fall, der mehr als vier Jahre zurückliegt. Am 9. Januar 2017 wurde ein 46-Jähriger vor der Grundschule auf der Großen Straße in Visselhövede erschossen.

Ermittler fanden am Vormittag eine in der Erde vergrabene Pistole.
Ermittler fanden am Vormittag eine in der Erde vergrabene Pistole.  © Polizeiinspektion Rotenburg
Die Polizei brachte mit Lastern Technik zum Einsatzort.
Die Polizei brachte mit Lastern Technik zum Einsatzort.  © Polizeiinspektion Rotenburg

Führen DNA-Spuren zum Täter?

Ein 46-Jähriger wurde am 9. Januar 2017 in Visselhövede von mehreren Kugeln getroffen. Ermittler sichern Spuren. (Archivbild)
Ein 46-Jähriger wurde am 9. Januar 2017 in Visselhövede von mehreren Kugeln getroffen. Ermittler sichern Spuren. (Archivbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Ein Motorrad fuhr an dem aus Albanien stammende Mann vorbei. Vom Sozius schoss der Täter zwölfmal. Mehrere Kugeln trafen den 46-Jährigen und verletzten ihn lebensgefährlich. Vier Tage kämpften die Ärzte um sein Leben, dann starb er in einer Klinik.

Nur wenige Monate nach der Tat wurde ein damals 23-jähriger Albaner als Tatverdächtiger festgenommen. Er gestand, dass er das Motorrad fuhr, von dem aus geschossen wurde. Dafür verurteilte ihn das Landgericht Verden im März 2018 zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Der Schütze dagegen ist bis heute unbekannt. Ein zuvor vom verurteilten Fahrer beschuldigter Verwandter wurde freigesprochen. Die Tat ist nur teilweise aufgeklärt. Außer dem Schützen sind mögliche Mittäter auf freiem Fuß.

Die Polizei ermittelte daher weiter. Im August 2020 fand die Mordkommission "Motorrad" ebenfalls an der A7 bei Bad Fallingbostel Bekleidung, die die Täter getragen haben sollen.

Darunter waren orange Warnwesten, eine Jacke, ein Motorradhelm und -handschuhe, so der Polizeisprecher.

An den Bekleidungsstücken konnten Schmauch- und DNA-Spuren gefunden werden. Gut möglich, dass mit Letzterem der Täter gefunden werden kann.

Titelfoto: Polizeiinspektion Rotenburg

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