Mädchen (†13) getötet und in Güllegrube entsorgt: Verdächtiger aus U-Haft entlassen!

Würzburg/Wiesenfeld - Nach dem gewaltsamen Tod der damals 13-jährigen Sabine Back vor mehr als 27 Jahren in Unterfranken ist der Tatverdächtige am Donnerstag wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Im Januar hatte die Polizei das Grundstück, auf dem die Leiche gefunden worden war, erneut durchsucht und ein Verdächtiger rückte ins Visier der Ermittler.
Im Januar hatte die Polizei das Grundstück, auf dem die Leiche gefunden worden war, erneut durchsucht und ein Verdächtiger rückte ins Visier der Ermittler.  © dpa/Tina Maudrich

"Für den Vorwurf des Mordes sieht die Kammer beim jetzigen Stand keine ausreichenden Verdachtsgründe", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Der Mitte-40-Jährige aus dem Landkreis Main-Spessart wurde im Januar verhaftet, nachdem Ermittler den Fall aus dem Jahr 1993 neu aufgerollt hatten (TAG24 berichtete).

"Als Mordmerkmal kam zum Beispiel die Verdeckung einer Sexualstraftat in Betracht - und dafür reicht es der Kammer beim gegenwärtigen Stand nicht", erklärte der Sprecher.

Zuvor hatte der Rechtsanwalt des Beschuldigten Beschwerde gegen die Inhaftierung eingelegt und die Freilassung gefordert.

Das Mädchen war am 15. Dezember 1993 auf einem Aussiedlerhof in Wiesenfeld (Landkreis Main-Spessart) zuletzt gesehen worden.

Suchtrupps und Menschen aus dem Ort durchkämmten zwei Tage lang die Gegend, bis die Leiche auf dem Hof unter einer mit einem Betondeckel verschlossenen Güllegrube gefunden wurde.

Staatsanwaltschaft wird nun prüfen, ob das Verfahren fortgeführt werden kann

Bei den Ermittlungen rückte ein Verdächtiger ins Visier der Beamten, die den Mann in der Folge festnahmen.
Bei den Ermittlungen rückte ein Verdächtiger ins Visier der Beamten, die den Mann in der Folge festnahmen.  © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Im Januar hatte die Polizei das Grundstück erneut durchsucht und ein Verdächtiger rückte ins Visier der Ermittler. Die Durchsuchung erklärte das Landgericht Würzburg vergangene Woche allerdings für rechtswidrig.

"Das Gericht hat nicht festgestellt, dass kein Anfangsverdacht bestehen würde. Sondern das Gericht hat den Durchsuchungsbefehl aufgehoben, weil er nach dieser langen Zeit unverhältnismäßig wäre", erklärte die Staatsanwaltschaft.

Das Ermittlungsverfahren sei nicht eingestellt. Allerdings fehlten nun Untersuchungsgegenstände wie Telefone, Notebooks, Tablets und sonstige Datenträger. Diese mussten dem Besitzer nach dem Gerichtsbeschluss zurückgegeben werden.

Nun wird die Staatsanwaltschaft prüfen, ob das Verfahren fortgeführt werden kann, was nur im Falle eines nachweisbaren Mordverdachts möglich ist, da Mord nicht verjährt. Andernfalls könnte es ganz und gar eingestellt werden.

Titelfoto: dpa/Tina Maudrich

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