Hakenkreuze vor Jüdischer Gemeinde in Halle: Polizei nimmt Verdächtigen fest

Halle (Saale) - Ein 64-jähriger Mann steht im Verdacht, aus Zellstoff gefertigte Hakenkreuze vor einem Gebäude der Jüdischen Gemeinde in Halle abgelegt zu haben.

Der Tatverdächtige ist auf Videoaufnahmen zu sehen. (Symbolbild)
Der Tatverdächtige ist auf Videoaufnahmen zu sehen. (Symbolbild)  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Der Mann sei auf einer Videoaufnahme zu sehen, teilte die Polizei in Halle am Samstag mit. 

Freitagabend erkannten Beamte den 64-Jährigen und kontrollierten ihn. Der Mann wurde befragt. Weitere Einzelheiten nannte die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. 

Am 31. Mai und am 2. Juni waren Hakenkreuze vor dem Gebäude in der Innenstadt gefunden worden.

Der Bau gehört zu der Gemeinde, deren entfernt gelegene Synagoge im vergangenen Oktober Ziel des Anschlags eines Rechtsextremisten war. 

Für Empörung hatten jüngst nicht nur die Hakenkreuze selbst gesorgt. Am Freitag war bekannt geworden, dass ein Polizist auf eines der Hakenkreuze getreten und es stillschweigend beseitigt haben soll (TAG24 berichtete). 

Erst Videoaufnahmen zeigten, dass der Beamte auf das Hakenkreuz getreten war, es sich vom Schuh entfernte und veränderte. Direkt nach dem Einsatz hatte er gesagt, er habe nichts festgestellt.

Gegen ihn laufen jetzt strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt sowie disziplinarrechtliche Ermittlungen. Er wurde in eine andere Dienststelle versetzt.

Ermittlungen laufen in Halle zudem noch zu Drohbriefen an eine andere jüdische Gemeinde, die Synagogengemeinde. Diese hatte Ende Mai Strafanzeige erstattet, weil sie einen Brief mit beleidigendem und volkshetzendem Inhalt erhalten hatte.

Der polizeiliche Staatsschutz hatte die Ermittlungen übernommen, Schutzmaßnahmen wurden erweitert.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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