A49-Aktivistin stürzt von Gestell: Ermittlungen gegen Polizist!

Homberg/Ohm - Den siebten Tag in Folge ist die Polizei im Dannenröder Wald in Mittelhessen im Einsatz, wo sich Umweltaktivisten gegen Rodungen für den Weiterbau der Autobahn 49 stemmen.

Einsatzkräfte tragen die verletzte Frau aus dem Wald.
Einsatzkräfte tragen die verletzte Frau aus dem Wald.  © Screenshot/Twitter/Polizei Mittelhessen

Die Beamten seien am Morgen wieder im nördlichen Teil des Forstes vor Ort, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. Die Ermittlungen zum Absturz einer Aktivistin laufen demnach weiter.

Die Frau war am Sonntag von einem etwa drei bis vier Meter hohen Gestell auf den Boden gestürzt und kam ins Krankenhaus. Ihr gehe es "den Umständen entsprechend gut", teilten Aktivisten am Montag auf Twitter mit.

Die Räumungsaktionen und ersten Rodungen im Dannenröder Wald bei Homberg (Ohm) laufen seit vergangenen Dienstag.

Seit mehr als einem Jahr halten Umwelt- und Klimaaktivisten den Forst aus Protest gegen die Rodungen für den A49-Lückenschluss besetzt.

Update, 13:54 Uhr: Ermittlungen gegen Polizist

Nach dem Absturz einer A49-Gegnerin im Dannenröder Forst in Mittelhessen ermittelt die Staatsanwaltschaft Gießen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung im Amt gegen einen Polizeibeamten. Das teilten die Behörde und die Polizei am Montag mit und erklärten zugleich: "Es liegen bislang keinerlei Hinweise auf ein vorsätzliches Handeln des Beamten vor."

Die 20-Jährige war am Sonntagmorgen von einem sogenannten Tripod - einem dreibeinigen Gestell - etwa drei bis vier Meter in die Tiefe gestürzt und schwer verletzt worden. Die Frau werde im Krankenhaus behandelt, Lebensgefahr bestehe nicht, hieß es in der Mitteilung.

Polizisten hätten den Vorfall aus circa 20 Metern Entfernung beobachtet, unverzüglich Erste Hilfe geleistet und den Rettungsdienst hinzugezogen. Danach sei der Bereich als Tatort abgesperrt worden und Beamte des hessischen Landeskriminalamts und des Polizeipräsidiums Südosthessen hätten die Ermittlungen übernommen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen habe der 40-jährige Beamte, der sich etwa 30 Meter von dem Tripod entfernt aufhielt, ein Seil auf Kopfhöhe entdeckt. "Dieses Seil war weder gekennzeichnet noch hatte es augenscheinlich eine erkennbare Verbindung mit dem besetzten Gebilde", hieß es in der Mitteilung. "Nach jetzigem Erkenntnisstand bestand jedoch tatsächlich eine Verknüpfung zwischen dem Seil und dem Tripod." Aktivisten hatten am Sonntag mitgeteilt, dass alle Sicherheitsseile im Dannenröder Wald entsprechend markiert seien.

In den vorangegangenen Tagen seien mehrfach Fallen etwa in Form von Drahtseile in Kopfhöhe festgestellt worden seien. "Zur Verhinderung von solchen Risiken für sämtliche im Wald anwesende Personen durchtrennte der Beamte, der sich eigeninitiativ im Laufe des gestrigen Nachmittages bei den Ermittlern gemeldet hatte, daher das Seil."

Im Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm im Vogelsbergkreis werden Bäume für den Weiterbau der Autobahn 49 gerodet, dagegen protestieren Umwelt- und Klimaschützer, die den Wald seit mehr als einem Jahr besetzt halten. Die Autobahn soll nach der Fertigstellung Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden.

Titelfoto: Screenshot/Twitter/Polizei Mittelhessen

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