Wilfried K. wurde 1996 ermordet: Polizei sucht noch immer den Täter

Krefeld/Aachen – Vor kurzem hat die Polizei Krefeld nach 23 Jahren die Identität einer Männerleiche geklärt. Nun hoffen die Ermittler auf neue Hinweise, um auch den Täter zu finden.

Die Polizei hofft auf neue Hinweise im Mordfall Wilfried K. Der Mann war 1996 getötet worden.
Die Polizei hofft auf neue Hinweise im Mordfall Wilfried K. Der Mann war 1996 getötet worden.  © Polizei Aachen

Nach dem Fund des Toten am 8. Dezember an einer Sandkuhle bei Rheurdt-Schaephuysen hatte sich die Polizei jahrelang vergeblich um eine Aufklärung des Falles bemüht. Zunächst war vermutet worden, dass es sich bei der Leiche um einen polnischen Landarbeiter handele.

2019 wurde der ungeklärte Mordfall dann als sogenannter Cold Case neu aufgerollt und auch in der TV-Sendung "Aktenzeichen XY" thematisiert. Eine Computeranimation des Toten ergab über 50 neue Hinweise, darunter auch einen entscheidenden (TAG24 berichtete).

Die Spur führte zu einem 43-Jährigen aus Würselen bei Aachen, der im Jahr 1996 verschwunden war. Ein DNA-Abgleich mit Angehörigen ergab dann eine Übereinstimmung.

Die Polizei ermittelte mehrere Brüder, eine Schwester, eine geschiedene Ehefrau und eine Tochter und einen Sohn des Getöteten. Bei dem Mordopfer handelt es sich um Wilfried Kalitz, der zuletzt auf der Fronstraße 6 in Würselen gewohnt hatte.

Diese gaben an, Wilfried K. sei im Jahre 1996 plötzlich verschwunden und habe sich danach nie mehr gemeldet. Damals habe es keine Suizidgefahr und keinen Hinweis auf ein Verbrechen gegeben. Die Verwandten hatten gedacht, er habe sich wegen seiner Schulden ins Ausland abgesetzt. Bis zur spektakulären Entdeckung war der Mann nie als vermisst oder als tot erklärt worden.

Finanzielle Probleme: Opfer verschwand mit VW T3 und Schäferhund

Das spätere Todesopfer verschwand zusammen mit seinem VW-Bus und seinem Schäferhund.
Das spätere Todesopfer verschwand zusammen mit seinem VW-Bus und seinem Schäferhund.  © Polizei Aachen

In der Hoffnung auf weitere Hinweise zu dem Verbrechen hat die Polizei Details zum Leben des Mordopfers bekannt gegeben.

Wilfried Kalitz habe jahrelang in Aachen als Busfahrer gearbeitet und zuletzt einen Handel mit Wohnmobilen betrieben. 1996 soll Kalitz finanzielle Probleme gehabt haben. Die Übernahme eines Grillimbisses bei Monschau sei durch einen Brand gescheitert.

Mittlerweile konnte der Tatzeitraum näher eingegrenzt werden. 

Der Mann muss Ende November oder Anfang Dezember getötet worden sein. Das Opfer wurde nach derzeitigem Erkenntnisstand am Fundort nur abgelegt und wohl an seinem Wohnort umgebracht.

Zusammen mit dem 43-Jährigen verschwanden damals auch sein VW-Bus T3 und sein Schäferhund Rex.

Polizei hofft auf Zeugen und Hinweise

In diesem Haus in Würselen wohnte das Mordopfer.
In diesem Haus in Würselen wohnte das Mordopfer.  © Polizei Aachen

Die Polizei hofft auf Zeugen, die Wilfried Kalitz kannten und Angaben zu seinen privaten und beruflichen Kontakten im Herbst 1996 machen können.

Wer weiß, wo das Fahrzeug oder der Hund verblieben sind? Gesucht wird auch ein "Emil" genannter rumänischer Mann, der damals regelmäßig für das spätere Mordopfer gearbeitet haben soll.

Die Polizei bittet um Hinweise zu dem ungeklärten Mordfall unter der Telefonnummer 021516340.

Titelfoto: Polizei Aachen

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