"Akute Bedrohungslage"? Großeinsatz der Polizei im Frankfurter Gallus

Frankfurt am Main - Im Stadtteil Gallus der Mainmetropole Frankfurt kam es am Dienstagmittag zu einem größeren Polizeieinsatz. Auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) rückte an.

Ein Mitarbeiter des Sondereinsatz-Kommandos der Polizei holt in einer abgesperrten Straße im Frankfurter Gallusviertel seine Waffe aus dem Fahrzeug.
Ein Mitarbeiter des Sondereinsatz-Kommandos der Polizei holt in einer abgesperrten Straße im Frankfurter Gallusviertel seine Waffe aus dem Fahrzeug.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Am Dienstagnachmittag gaben die Ordnungshüter noch keine weiteren Details zu dem großangelegten Einsatz. 

Über den Kurznachrichtendienst Twitter gab die Polizei in Frankfurt lediglich bekannt, dass man entsprechenden Hinweisen nachgehe, die laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) auf eine "akute Bedrohungslage" schließen lassen. 

"Aufgrund des aktuellen Einsatzes kommt es in der Kölner, Speyerer, Warschauer, Koblenzer und Gutenbergstraße sowie der Emser Brücke und Europaallee zu Verkehrsbeeinträchtigungen", schrieb die Polizei Frankfurt in einem weiteren Tweet.

Ersten Informationen der FAZ zufolge habe sich ein bewaffneter Mann in einem Gebäude verschanzt. Er soll es auch gewesen sein, der die Einsatzkräfte telefonisch kontaktiert und damit gedroht haben sollen, sich und andere zu verletzen.

Passanten wurden die Umgebung rund um den Einsatzort zu räumen, Anwohner wurden schnellstens in ihre Wohnungen geschickt.

Ursprünglich hatten die Einsatzkräfte sich rund um den Bereich der Kölner Straße versammelt. Ob es der Polizei zwischenzeitlich möglich war, mit dem mutmaßlich bewaffneten Mann weiteren Kontakt aufzunehmen, ist nicht bekannt.

Update, 15.57 Uhr: Zwei Festnahmen, keine Waffen

Im Zuge des Polizeieinsatzes im Frankfurter Gallusviertel kam es im Bereich der Kölner Straße zu zwei Festnahmen. Wie die FAZ weiter berichtet, habe sich die Polizei Zugang zu der Wohnung verschafft, aus der der besorgniserregende Notruf am Dienstagmittag abgesetzt worden war. Den Beamten war es zuvor gelungen, den Absender des Notrufes per Handyortung ausfindig zu machen.

In dem Apartment fanden die Einsatzkräfte zwei Männer im Alter von 38 und 55 Jahren auf, die umgehend festgenommen wurden. Scheinbar entpuppte sich die "akute Bedrohungslage" aber lediglich als schlechter Scherz. Denn weit und breit konnten die Ermittler keine Waffen oder Munition in der Wohnung sicherstellen.

Die Kosten des Einsatzes werden nun wohl die beiden Männer tragen müssen. Außerdem eröffnete die Polizei Strafverfahren gegen die beiden Männer. Vorwiegend aufgrund von des Verdachts des Androhens von Straftaten sowie dem Missbrauch von Notrufen.

Update, 20.36 Uhr: Männer seien laut Angaben der Polizei betrunken gewesen

Nach Angaben eines Sprechers hatte einer der beiden festgenommenen Männer am Telefon damit gedroht, sich in die Luft zu sprengen. Beide seien betrunken gewesen, sagte ein anderer Polizeisprecher am Abend.

Das Mobiltelefon, von dem aus der Anruf getätigt wurde, wurde sichergestellt.

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst

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