Hunderte gefälschte Impfpässe erstellt? Arzt-Senior (87) im Fokus der Ermittler

Bad Homburg v.d. Höhe/Frankfurt am Main - Impfpass-Betrug im ganz großen Stil! Doch im Fokus der Ermittler steht in diesem Fall nicht etwa ein professioneller Fälscher-Ring oder eine kriminelle Vereinigung, sondern ein waschechter Mediziner.

Stellte ein Arzt aus Hessen hunderte gefälschte Impfnachweise aus? (Symbolfoto)
Stellte ein Arzt aus Hessen hunderte gefälschte Impfnachweise aus? (Symbolfoto)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Hat ein 87 Jahre alter Arzt Hunderte falsche Impfpässe ausgestellt und sich dafür bezahlen lassen? Davon gehen die Kriminalpolizei in Bad Homburg im hessischen Hochtaunuskreis sowie die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main aus.

Hinweise hatten zu den weiterführenden Ermittlungen geführt. Denen zufolge soll der Halbgott in Weiß seit August 2021 in mehreren Hundert Fällen vermeintliche Patientinnen und Patienten aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet angenommen haben.

Ohne diese je persönlich gesehen, geschweige denn untersucht oder sie mit dem schützenden Anti-Corona-Piks versehen zu haben, soll er gegen entsprechende Bezahlung schließlich unzulässige Einträge in den Impfpässen verfasst und diese dann an die zahlende Kundschaft ausgehändigt haben.

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Neben dem 87-Jährigen stehen auch seine 77 Jahre alte Ehefrau sowie ein weiterer, 64-jähriger Mann als Hauptverdächtige unter Verdacht.

Akribische Ermittlungen konnten schließlich den Anfangsverdacht derart erhärten, dass es am vergangenen Dienstag, den 25. Januar, zu umfangreichen Durchsuchungen in Weilrod und Neu-Anspach kam.

Im Rahmen dieser konnten die Beamten in den von den Tatverdächtigen genutzten Wohn- und Geschäftsräumen neben den für die Chargenaufkleber benötigten Impfstoffen auch größere Bargeldsummen und weitere potenziell belastende Beweismittel sicherstellen.

Auch die Ehefrau des Arztes sowie ein weiterer Mann stehen im Fokus der Ermittlungen

Vorerst durften die drei verdächtigten Personen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß, wie ihr Strafmaß im Falle einer Anklage aussehen könnte, ist noch nicht abzuschätzen.

Derzeit dauern die Ermittlungen seitens der Ordnungshüter sowie der Frankfurter Staatsanwaltschaft noch auf Hochtouren, weshalb aus ermittlungstaktischen Gründen seitens der Polizei keine weiteren Auskünfte erteilt wurden.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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