Schüsse fallen bei Polizeieinsatz: Ein Toter in Bad Schussenried!

Bad Schussenried - Bei einem Polizeieinsatz in Bad Schussenried (Kreis Biberach) ist ein Mensch getötet worden.

Einsatzkräfte der Polizei, Rettungsdienst und Notfallseelsorge sind in der Stadmitte von Bad Schussenried im Einsatz.
Einsatzkräfte der Polizei, Rettungsdienst und Notfallseelsorge sind in der Stadmitte von Bad Schussenried im Einsatz.  © Thomas Warnack/dpa

Ein weiterer wurde nach Polizeiangaben am Mittwoch verletzt. 

Die Beamten hätten ihre Schusswaffen nutzen müssen, sagte ein Sprecher. 

Die Hintergründe waren zunächst unklar.

Sobald mehr Informationen seitens der Polizei vorliegen, findet Ihr diese hier bei TAG24.

Update 14.30 Uhr: Polizei Ravensburg ermittelt aus Neutralitätsgründen

Bei einem Einsatz im oberschwäbischen Bad Schussenried ist ein Mensch durch Polizeischüsse getötet worden, ein weiterer wurde verletzt. Wie die Polizei mitteilte, waren Beamte am Mittwochmorgen um kurz vor 9 Uhr zu einem Einsatz im Zentrum der 8300-Einwohner-Stadt im Kreis Biberach gerufen worden. Dabei hätten sie ihre Schusswaffen gebrauchen müssen. Die Hintergründe waren zunächst völlig unklar.

Da die Polizeibeamten vom zuständigen Polizeipräsidium Ulm kamen, haben Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Ravensburg aus Gründen der Neutralität die Ermittlungen übernommen.

Angaben des Innenministeriums zufolge waren im Jahr 2019 zwei Menschen in Baden-Württemberg durch Polizeiwaffen gestorben; im Jahr davor gab es keine Opfer. Grundsätzlich leite die zuständige Staatsanwaltschaft in Fällen, in denen Polizisten auf Personen schießen, ein Ermittlungsverfahren ein, sagte ein Ministeriumssprecher. 

Darin werde dann festgestellt, ob der Einsatz der Waffe gerechtfertigt war. "Derzeit ist uns kein Fall bekannt, in dem ein Gericht einen ungerechtfertigten Schusswaffengebrauch festgestellt hat", sagte der Sprecher.

Update: 17.55 Uhr

29-Jähriger verfolgte Polizisten mit Messer

Die 43-Jährige kam ins Krankenhaus. (Symbolbild)
Die 43-Jährige kam ins Krankenhaus. (Symbolbild)  © Nicolas Armer/dpa

Nun liegen weitere Informationen seitens Staatsanwaltschaft und Polizei vor.

Demnach kam es um kurz vor 9 Uhr im Innenstadtbereich von Bad Schussenried zu einem polizeilichen Schusswaffengebrauch, in dessen Verlauf zwei Personen, eine 43-jährige Frau und ein 29-jähriger Mann, angeschossen wurden. 

"Der 29-Jährige erlitt dabei eine Verletzung, die zur Folge hatte, dass er trotz sofortiger Versorgung durch einen Notarzt kurz nach der Einlieferung in ein Krankenhaus verstarb", schreiben die Ermittler. Die 43-jährige wurde ebenfalls verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Bei ihr besteht nach aktuellem Ermittlungsstand keine Lebensgefahr. 

Die 43-jährige Frau und der 29-jährige Mann waren zuvor aus dem offenen Maßregelvollzug der Klinik für forensische Psychiatrie in Bad Schussenried entwichen. Dort waren sie bereits vor mehreren Jahren gerichtlich untergebracht worden. 

Sie entfernten sich am Morgen unerlaubt aus der Einrichtung in Richtung Ortsmitte Bad Schussenried. Darüber verständigte die Psychiatrie die Polizei. Etwa zeitgleich zu der Mitteilung der Psychiatrie, kurz vor 9 Uhr, wurde der Polizei eine Bedrohung mit einem Messer gegenüber einer Geschäftsinhaberin im Innenstadtbereich von Bad Schussenried gemeldet. 

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen konnten die nunmehr vor Ort eintreffenden zwei Polizeibeamten die beiden aus der entwichenen Personen feststellen, wobei sowohl die 43-jährige Frau als auch der 29-jährige Mann ein Messer mit sich geführt haben sollen. 

Im weiteren Verlauf des Geschehens soll der 29-jährige Mann einen der beiden Polizeibeamten mit dem Messer in der Hand verfolgt haben und dieses trotz Aufforderung nicht abgelegt haben, woraufhin der Polizeibeamte von seiner Dienstwaffe Gebrauch machte und den 29-jährigen im Bereich der Hüfte traf. 

Die 43-jährige Frau soll sich nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen dem zweiten Polizeibeamten ebenfalls mit einem Messer in der Hand genähert und dieses auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht abgelegt haben, woraufhin auch der zweite Polizeibeamte von seiner Dienstwaffe Gebrauch machte und die 43-jährige im Bereich des Oberschenkels traf. 

Der genaue Geschehensablauf vor Ort ist Gegenstand der weiteren polizeilichen Ermittlungen, mit denen die zuständige Staatsanwaltschaft Ravensburg die Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen beim Polizeipräsidium Ravensburg betraut hat, um jeden Anschein der Befangenheit auszuschließen. 

Titelfoto: Thomas Warnack/dpa

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