Beim Gassigehen: Mann trägt Ku-Klux-Klan-Outfit!

Conover - Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd ist noch nicht allzu lang her und die darauffolgende Protestwelle in den USA noch kaum verklungen, da sorgte nun ein 50-Jähriger aus Conover im US-Bundesstaat Wisconsin für einen Sturm der Entrüstung. Charles Michael Booth (50) ging mit seinem Hund Gassi - im Gewand des Ku-Klux-Klans! 

Gerade in den USA gingen nach dem Tod von George Floyd Hunderttausende gegen Polizeigewalt gegenüber Schwarzen auf die Straße. So wie hier in Atlanta.
Gerade in den USA gingen nach dem Tod von George Floyd Hunderttausende gegen Polizeigewalt gegenüber Schwarzen auf die Straße. So wie hier in Atlanta.  © Steve Schaefer/Atlanta Journal-Constitution/AP/dpa

Wie der Sheriff des Ortes, Joseph Fath nun unter anderem von "Metro" zitiert wurde, soll der 50-Jährige am vergangenen Freitag in weißer Robe und zugehöriger Kapuze seinen Hund ausgeführt haben. 

Mit einem Bier in der Hand habe er dann am Straßenrand vorbeifahrende Autos gegrüßt, heißt es weiter.

Wie die Polizei mitteilte, wurde der Mann wenig später aufgespürt und identifiziert. Das Auftreten Booths verbreitete sich nach dessen "Aktion" rasend schnell im Internet und sorgte für eine Welle von Entrüstung. 

Sheriff Fath sagte, dass nachdem mehrere Anrufe bei der Polizei eingegangen waren, sich die Beamten auf den Weg machten und den Mann aufspürten. 

Als sie ihn stellen und auf seinen Aufzug ansprechen konnten, antwortete dieser, er sei nur mit seinem Hund spazieren.

Charles Michael Booth winkte freundlich seinen Nachbarn

Fath meinte weiter, dass Booth nicht gewalttätig oder beleidigend gewesen sei und es somit rechtlich keine Durchsetzungsmaßnahmen ergriffen hätten werden können, da streng genommen kein Verbrechen begangen worden sei. Außerdem habe er keine Verkehrsgefährdung dargestellt.

"Es ist eine Landstraße. Es war keine Nachbarschaft vorhanden. Es hätte niemanden stören dürfen. Mir ist klar, dass das für manche Menschen beleidigend sein mag, aber es ist kein Verbrechen", so Fath.

Eine Augenzeugin sprach zudem von einer "surrealen Begegnung". Er habe ihr und ihrem Mann "höflich zugewinkt", so die Frau gegenüber örtlichen Medien. 

Booth sei ihr Nachbar sagte sie, was sie völlig entsetzte: "Wir wussten, was wir sahen, aber wir wussten nicht, warum. Wir waren unheimlich schockiert".

In den USA ist der Ku Klux Klan derzeit noch keine terroristische, lediglich als inländische extremistische Gruppe eingestuft, soll aber als solche klassifiziert werden. Zahlreiche Petitionen sind dazu derzeit in Umlauf.

Sheriff Fath distanzierte sich von dem Auftritt Booths."Sein Verhalten kann nicht gutgeheißen werden. Wir werden ihn weiter im Auge behalten." 

Titelfoto: Screenshot Twitter Hypervocal

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