Mordfall Claudia Ruf: 2250 DNA-Proben ohne Treffer, weitere Spuren offen

Bonn – Der Massen-DNA-Test im Mordfall Claudia Ruf hat noch keinen Treffer ergeben. Die Ermittler verfolgen jedoch noch über 100 weitere Spuren.

Vor knapp einem Jahr wurden die Ermittlungen im Mordfall Claudia Ruf aus dem Jahr 1996 wieder aufgenommen.
Vor knapp einem Jahr wurden die Ermittlungen im Mordfall Claudia Ruf aus dem Jahr 1996 wieder aufgenommen.  © Roland Weihrauch/dpa

Bislang wurden 2250 DNA-Proben ausgewertet, wie die zuständige Mordkommission am Donnerstag mitteilte.

Die noch offenen Fälle geben Anlass zur Hoffnung, gestalten sich allerdings auch recht kompliziert.

20 Spuren führten zu Personen im Ausland, von denen fünf als Täter ausgeschlossen werden konnten.

Im Rahmen des Massentests hatten sich insgesamt 15 Männer zunächst geweigert, elf von Ihnen haben aber inzwischen nach einem richterlichen Beschluss einen Test abgegeben.

Bei 25 weiteren Personen laufen noch die Ermittlungen, sodass die Tests noch ausstehen.

Deutlich schwieriger ist die Lage bei bereits Verstorbenen. In etwa 40 Fällen läge derzeit "kein verwertbarer Ermittlungsansatz" vor.

Chef-Ermittler Reinhold Jordan: "Wir werden niemals aufgeben"

Reinhold Jordan, Leiter der Mordkommission, äußert sich nach der DNA-Reihenuntersuchung im Mordfall Claudia Ruf.
Reinhold Jordan, Leiter der Mordkommission, äußert sich nach der DNA-Reihenuntersuchung im Mordfall Claudia Ruf.  © Marcel Kusch/dpa

Bei 80 Personen ist der derzeitige Aufenthaltsort unbekannt. Trotz dieser Hindernisse gibt sich der MK-Leiter Reinhold Jordan optimistisch: "Wir werden niemals aufgeben und selbstverständlich weiter ermitteln." 

Der besondere Fokus gilt nun Männern, die "unangemeldet, vielleicht in einer Partnerschaft oder sonstigen Beziehung in Hemmerden gelebt bzw. sich aufgehalten haben".

Reinhold appelliert daher an BürgerInnen von Hemmerden: "Melden sie uns diese Personen, auch wenn sie vielleicht im November 2019 gedacht haben, diese Information sei für die Polizei nicht relevant." Man wolle alle Personen mit einem Bezug zum Ort ermitteln.

Die damals elfjährige Claudia Ruf war 1996 in ihrem Heimatort Grevenbroich-Hemmerden entführt, sexuell missbraucht und umgebracht worden. Ihre Leiche wurde 70 Kilometer entfernt auf einem Feldweg in Euskirchen gefunden.

Der Fall war als ungeklärter Mordfall im vergangenen Jahr neu aufgerollt worden. Die Polizei bittet um Hinweise dazu wie auch zu anderen Aspekten dieses Mordfalls unter der Telefonnummer 02131-30025252.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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