Mutmaßliche Hawala-Mitglieder: Polizei Düsseldorf führt Razzia in drei Bundesländern durch

Düsseldorf – Razzia gegen die Organisierte Kriminalität: Mehr als 1000 Einsatzkräfte der Polizei Düsseldorf, der Steuerfahndung und der Staatsanwaltschaft durchsuchen seit den frühen Morgenstunden 80 Häuser, Wohnungen, Büros und Geschäfte von Mitgliedern des Hawala-Netzwerks.

Mehr als 1000 Einsatzkräfte der Polizei, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft sind seit den frühen Morgenstunden in drei Bundesländern unterwegs, um unter anderem Wohnungen und Büros zu durchsuchen. (Symbolbild)
Mehr als 1000 Einsatzkräfte der Polizei, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft sind seit den frühen Morgenstunden in drei Bundesländern unterwegs, um unter anderem Wohnungen und Büros zu durchsuchen. (Symbolbild)  © 123rf/foottoo

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten, wurden bei der Razzia bereits zehn Beschuldigte, die in dem Finanzsystem tätig sind, festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor bereits Haftbefehle bewirkt.

Bei den Durchsuchungen fahnden die Einsatzkräfte nach Beweismitteln und illegalen Vermögenswerten, die sich die Mitglieder durch Straftaten verschafften.

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Polizeimeldungen Sendeanlage des SWR in Waldburg beschädigt

Die großangelegte Polizeiaktion wird in Düsseldorf sowie in weiteren Städten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und dem Land Bremen durchgeführt.

An dem Einsatz sind auch Spezialeinheiten beteiligt, so die Polizei Düsseldorf.

Am Nachmittag werden sich die Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten und die Polizei Düsseldorf zu der Razzia äußern.

Beim sogenannten Hawala-Banking zahlt der Kunde zunächst einen Bargeld-Betrag bei einer Filiale ein. Diese Finanzstelle kontaktiert den gewünschten Zielort, wo eine andere Person den Betrag, ebenfalls in bar, ausgezahlt bekommt. Das Finanzsytem kann so weitgehend anonym agieren und kleine sowie große Summen transferieren.

Update, 11.35 Uhr: Offenbar bestand auch Kontakt nach Syrien

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) wenige Stunden nach Einsatzbeginn der Polizei mitteilte, wird vor allem vermutet, dass die Tatverdächtigen das Geld zur persönlichen Bereicherung nutzten. Es stehe allerdings auch der Verdacht der Terrorismusfinanzierung im Raum, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Die mutmaßlichen Geldschleuser haben laut Informationen mehr als 100 Millionen Euro aus illegalen Geschäften in die Türkei und nach Syrien übermittelt. Drogengeschäfte sollen das viele Geld gebracht haben, das unter anderem auch zur Terrorfinanzierung benutzt worden sein soll. Zuvor berichtete der "WDR".

Die Polizei kam den Tatverdächtigen auf die Schliche, weil sie einen Zufallsfund machte. Beamtinnen und Beamte hatten bei einer Kontrolle auf der Autobahn 61 300.000 Euro Bargeld in einem Turnbeutel gefunden.

Wie die dpa berichtete, soll es sich um eines der größten Verfahren der vergangenen Jahre handeln.

Um 11.30 Uhr wollen Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (69, CDU) und Justizminister Peter Biesenbach (73, CDU) bei einer Pressekonferenz über das Verfahren informieren.

Titelfoto: 123rf/foottoo

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