Bundesweite Razzia gegen Schwarzarbeit: Zoll nimmt Baustellen ins Visier

Frankfurt am Main - Zoll und Polizei haben am Freitagmorgen im Kampf gegen Schwarzarbeit bundesweit Baustellen kontrolliert.

Mitarbeiter des Zolls führen auf einer Baustelle in Frankfurt eine Durchsuchung im Zusammenhang mit Bekämpfung von Schwarzarbeit durch.
Mitarbeiter des Zolls führen auf einer Baustelle in Frankfurt eine Durchsuchung im Zusammenhang mit Bekämpfung von Schwarzarbeit durch.  © Sebastian Gollnow/dpa

Es handele sich um eine verdachtsunabhängige Kontrollaktion, sagte eine Zollsprecherin bei der Überprüfung einer Baustelle im Nordwesten von Frankfurt. In der Mainmetropole waren vier Kontrollen vorgesehen.

Dabei prüften die Beamten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) die Papiere von Mitarbeitern und Geschäftsunterlagen, die Zahlung von Mindestlöhnen und Sozialleistungen.

"Die regelmäßigen Kontrollen der FKS helfen dabei, dass es nicht zu höheren Ausfällen von Sozialversicherungs- und Steuerbeiträgen kommt", sagte Christine Straß, Sprecherin des Hauptzollamts Frankfurt. "Sie sind auch wichtig, damit die steuerehrlichen Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig bleiben können."

In Hessen führte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit im vergangenen Jahr Prüfungen bei 313 Arbeitgebern durch.

Die Schadensumme im Rahmen der straf- und bußgeldrechtlichen Ermittlungen beläuft sich nach Angaben einer Zollsprecherin auf rund 13,3 Millionen Euro.

"Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber schädigen alle"

Die Summe der festgesetzten Verwarnungsgelder, Geldbußen und Einziehungsbeträge betrug im vergangenen Jahr 523.650 Euro, hieß es. Während 2020 mehr als 2000 Einzelverfahren abgeschlossen wurden, wurden knapp 1500 neue Strafverfahren eingeleitet, hinzukamen 572 Einzelverfahren wegen Ordnungswidrigkeiten.

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit sicherte in Hessen im vergangenen Jahr unter anderem Kontobeträge, Bargeld und Luxusgüter in Höhe von rund 4,2 Millionen Euro. "Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber schädigen alle", sagte Straß.

"Sie betrügen die Sozialversicherung, hinterziehen Steuern und gefährden Arbeitsplätze. Kein Unternehmen, das seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ordnungsgemäß beschäftigt, kann mit Schwarzarbeitern konkurrieren."

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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