Revolverschuss und Ausländer-Hetze gegen Opfer: CDU-Politiker in Köln angeklagt!

Köln - Der Kölner CDU-Politiker Hans-Josef Bähner (72) muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Verstößen gegen das Waffengesetz vor Gericht verantworten. Er soll bewusst mit einen Revolver auf einen jungen Mann (20) geschossen haben, weil dieser mit Bekannten die abendliche Ruhe am Friedrich-Ebert-Ufer gestört habe.

Die Polizei sicherte damals Spuren. (Symbolbild)
Die Polizei sicherte damals Spuren. (Symbolbild)  © Udo Herrmann / 123rf

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben, bestätigte ein Sprecher gegenüber dem "Express" am Donnerstag. Zunächst hatte der "WDR" berichtet.

Das Opfer wurde am Abend des 29. Dezember 2019 durch den Revolver-Schuss des CDU-Politikers in der Schulter getroffen und verletzt. Hätte der Schütze das Opfer wenige Zentimeter woanders getroffen, hätte es tot sein können.

Laut Anklage war der CDU-Politiker in der Nacht zum 30. Dezember 2019 mit einer Gruppe junger Männer in Streit geraten, die sich in der Nähe seines Hauses laut unterhielten und Musik hörten. 

Der 72-Jährige soll sich gestört gefühlt haben und mit seiner Waffe aus dem Haus gekommen sein, um die Männer zu vertreiben. Es soll zu einem Wortgefecht gekommen sein, bei dem der Politiker auch ausländerfeindliche Beschimpfungen von sich gegeben haben soll. 

Dann soll er unvermittelt auf einen 20-Jährigen geschossen und ihn in die Schulter getroffen haben.Bei einer Hausdurchsuchung durch die Polizei wurden bei Senioren fünf scharfe Schusswaffen gefunden. Er ist Sportschütze.

Die Vorwürfe gegen den Schützen gehen noch weiter: Jan Orth, Sprecher des Kölner Landgerichts, sagte dem "Express": "Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat auch auf fremdenfeindliche Motive zurückzuführen ist. "

Der Beschuldigte soll demnach fremdenfeindliche Schimpfwörter wie "Drecksausländer" und "Dreckskanacken" sowie "Verpisst euch" gesagt haben.“

CDU in Köln reagierte nur langsam

Die Kölner CDU um ihren Parteichef Bernd Petelkau hatte den Fall lange ignoriert, Medienanfragen unbeantwortet gelassen. Letztlich ließ Bähner sein politisches Amt in Köln-Porz ruhen und trat dann zurück.

Es folgte eine Stellungnahme von Petelkau und dem Vorsitzenden des CDU-Stadtverbands Porz: "Da die Haltung der CDU in einigen Berichterstattungen in Frage gestellt wird, stellen wir hiermit unmissverständlich klar: Konflikte dürfen in unserem Land nicht mit Gewalt gelöst werden. Erst recht verurteilen wir den Einsatz einer Schusswaffe", hieß es damals.

Titelfoto: Udo Herrmann / 123rf

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