Die Suche nach der "heißen Spur": Mordkommission TU Darmstadt aufgestockt

Darmstadt - Nach knapp zwei Wochen Ermittlungen zum mutmaßlichen Giftanschlag an der Technischen Universität in Darmstadt haben die Fahnder weiter keine "heiße Spur" zu möglichen Tätern und Motiven.

Die 40-köpfige Mordkommission zum Giftanschlag an der TU Darmstadt wurde um zehn weitere Beamte aufgestockt.
Die 40-köpfige Mordkommission zum Giftanschlag an der TU Darmstadt wurde um zehn weitere Beamte aufgestockt.  © dpa/Keutz TV-News/Alexander Rau

Das teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt am Freitag mit.

Die zunächst 40-köpfige Mordkommission sei um weitere zehn Fahnder aufgestockt worden. Ermittelt wird wegen des Verdachts des versuchten Mordes.

Sieben Menschen hatten am 23. August Vergiftungserscheinungen gezeigt. Bei sechs der Betroffenen konnten nach Angaben der Ermittler nach Untersuchungen Schadstoffe festgestellt werden. Ein 30-Jähriger befand sich vorübergehend in Lebensgefahr (TAG24 berichtete).

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Bislang seien die Vergiftungsopfer sowie zahlreiche Zeugen aus dem näheren Umfeld der Hochschule befragt worden, unter anderem vom Sicherheitsdienst oder der Gebäudereinigung.

Die Zahl der Befragten liege im mittleren zweistelligen Bereich, weitere Vernehmung stünden noch aus. Derzeit würden zudem die mittlerweile im vierstelligen Bereich liegenden Ermittlungsansätze und Spuren ausgewertet.

Nach wie vor gibt es der Staatsanwaltschaft zufolge kein Bekennerschreiben oder etwas Ähnliches. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat gebe es nicht.

Staatsanwaltschaft geht von langer Ermittlungsarbeit aus

Oberstaatsanwalt Robert Hartmann stellt sich am Tag nach dem Giftanschlag der Presse. Aus ermittlungstaktischen Gründen ist bisher wenig über die Ermittlungen bekannt.
Oberstaatsanwalt Robert Hartmann stellt sich am Tag nach dem Giftanschlag der Presse. Aus ermittlungstaktischen Gründen ist bisher wenig über die Ermittlungen bekannt.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Welche Schadstoffe festgestellt wurden, darüber schweigen die Ermittler weiter. Es handelt sich um potenzielles Täterwissen.

Der "Spiegel" berichtete allerdings, unter anderem sei in den untersuchten Proben der Stoff 1,4-Butandiol (BDO) gefunden worden, der in der Drogenszene als Ersatz für das verbotene "Liquid Ecstasy" benutzt wird.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Ermittlungen noch lange dauern werden. Es sei absehbar, dass es zeitnah keine weiteren Ergebnisse geben werde, deren Veröffentlichung nicht die Ermittlungen gefährden würden.

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Nach den ersten Vergiftungserscheinungen war am 23. August ein Großaufgebot von Einsatzkräften auf dem Campus Lichtwiese im Einsatz.

Toxische Substanzen waren im Gebäude L201 in Milchtüten und Wasserbehältern entdeckt worden. Die Uni hat Betroffenen Hilfe und Betreuung zugesagt.

Titelfoto: dpa/Keutz TV-News/Alexander Rau

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