Zum Glück hat das LKA mitgehört: Mordbefehl kam aus Dresdner Knast

Dresden - Der Arm der Mafia reicht bis in die Gefängnisse - auch in Sachsen. Nur mit Glück wurde ein Mordanschlag in Dresden verhindert, der hinter Gittern beauftragt wurde.

Isa S. (31) und Gattin Marina (29) versteckten sich zum Prozessauftakt hinter Aktenordnern.
Isa S. (31) und Gattin Marina (29) versteckten sich zum Prozessauftakt hinter Aktenordnern.  © Steffen Schulze

Wegen Verabredung zum Mord sitzen nun Isa S. (31) und seine Gattin Marina S. (29) auf der Anklagebank im Landgericht.

Für Isa ist die Schwurgerichtskammer nicht neu. Seit Oktober 2017 hockt er mit vier weiteren Männern der sogenannten Tschetschenen-Mafia vor den Richtern. Unter anderem wegen versuchten Totschlags. Die Angeklagten sollen jahrelang hier lebende Russen und Tschetschenen terrorisiert haben.

Isa versuchte aber noch aus der Haft, mindestens zwei der Opfer einzuschüchtern. Er rief aus dem Knast per Handy seine Frau Marina an. Sie beauftragte dann für ihn seinen in Russland lebenden Vater, die Zeugen zu bedrohen.

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Der Senior, gegen den noch ermittelt wird, richtete den Opfern aus, bloß nicht vor Gericht auszusagen. Sie taten es trotzdem. Prompt beauftragte Isa per Telefon seinen Vater, "die beiden zu entfernen". Auch das, so die Anklage, richtete Marina ihm aus.

Doch zum Glück ermittelte da schon die Polizei, hörte das LKA bereits mit. Denn die Opfer meldeten die Droh-Anrufe der Polizei. Bei der Zellen-Razzia fand sich bei Isa das Tat-Handy. Die Zeugen wurden in Sicherheit gebracht, Marina verhaftet. Seit zwei Tagen ist sie wieder auf freiem Fuß. Gatte Isa sitzt weiterhin in U-Haft. Zu den Taten schweigen beide.

Der Prozess fand - wie alle anderen derzeit laufenden Prozesse gegen die mutmaßliche "Tschetschenen-Mafia" - unter hohen Sicherheitsauflagen statt. So suchte sogar ein Sprengstoffhund im Saal nach möglichen Bomben.

Vor Verhandlungsbeginn schnüffelte ein Sprengstoffhund wie dieser durch den Saal, um einen möglichen Anschlag auszuschließen.
Vor Verhandlungsbeginn schnüffelte ein Sprengstoffhund wie dieser durch den Saal, um einen möglichen Anschlag auszuschließen.  © DPA

Titelfoto: Steffen Schulze

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