Ehefrau erschossen, weil sie sich trennte: Wird Mann nun doch wegen Mordes verurteilt?

Karlsruhe - Einem Mann aus Neuhofen (Rhein-Pfalz-Kreis), der seine langjährige Ehefrau mit zwei Kopfschüssen getötet hatte, droht nun doch eine Verurteilung wegen Mordes.

SEK-Beamte stehen vor einem Tatort (Symbolfoto).
SEK-Beamte stehen vor einem Tatort (Symbolfoto).  © Sven Kohls/SDMG/dpa

Die Staatsanwaltschaft hatte mit ihrer Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) Erfolg. Das Landgericht Frankenthal habe "das Mordmerkmal der Heimtücke mit nicht tragfähigen Erwägungen verneint", heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Urteil der Karlsruher Richter.

Das Landgericht hatte den Mann im Rentenalter im Februar 2020 wegen Totschlags und unerlaubten Waffenbesitzes zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Die Frau hatte sich schon öfter von ihm getrennt, einige Wochen vor der Tat am 6. März 2019 war sie in eine eigene Wohnung gezogen.

Laut Urteil wollte der Mann, ein Deutscher, seine Frau an dem Abend zur Rückkehr bewegen und, falls das scheitern sollte, erschießen. Dazu hatte er in einer Kommode zwei Waffen bereitgelegt.

Die Frankenthaler Richter hatten die Frau nicht als arg- und wehrlos gesehen. Das beurteilte der BGH anders. Der Fall muss in diesem Punkt neu verhandelt werden. Die Revision des Angeklagten wurde verworfen.

Titelfoto: Sven Kohls/SDMG/dpa

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