"Europe's Most Wanted": Tote Ehefrau liegt unterm Kinderbett, Mann ergreift die Flucht

München - Nach dem gewaltsamen Tod einer Frau in München vor einem Jahr steht ihr tatverdächtiger Ehemann inzwischen auf einer europäischen Fahndungsliste.

Die Polizei geht davon aus, dass der zur Tatzeit 41-Jährige seine Frau erstochen hat. Er floh zunächst nach Italien und wird nun europaweit gesucht.
Die Polizei geht davon aus, dass der zur Tatzeit 41-Jährige seine Frau erstochen hat. Er floh zunächst nach Italien und wird nun europaweit gesucht.  © Bildmontage: Felix Kästle/dpa, Polizei/Bayern

Schon seit November 2020 fahndet die Polizei öffentlich nach dem verdächtigen Afghanen, gegen den ein Haftbefehl wegen Totschlags vorliegt.

Diese Öffentlichkeitsfahndung wurde nun auf der Europol-Webseite "Europe's Most Wanted" mit den meistgesuchten Straftätern Europas veröffentlicht, wie die Münchner Polizei am Freitag mitteilte.

Der Fall hatte Ende November 2020 Schlagzeilen gemacht - auch weil die Polizisten die Leiche der Frau erst nach mehrmaliger Durchsuchung der Wohnung unter einem Kinderbett fanden.

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Die Ermittler erklärten dies damals damit, dass zunächst nur wegen einer Vermisstenanzeige in der Wohnung nachgeschaut worden sei. Bei so einer Kontrolle dürfe nicht die ganze Wohnung durchsucht werden. Zuvor hatten Angehörige die Mutter zweier Kinder als vermisst gemeldet.

Die Polizei geht davon aus, dass der zur Tatzeit 41-Jährige seine 34 Jahre alte Frau erstochen hat. Der mutmaßliche Täter floh zunächst nach Italien. Die Ermittler vermuten, dass der afghanische Staatsangehörige von dort aus in sein Heimatland weiterreiste.

Auf der 2016 ins Leben gerufenen Website "Europe's Most Wanted" sind Informationen über die meistgesuchten Straftäter in der Europäischen Union veröffentlicht.

Die Öffentlichkeit kann über die Website selbst Hinweise geben und dabei auf Wunsch auch anonym bleiben. Solche Hinweise haben sich nach Auskunft von Europol in der Vergangenheit als wertvoll erwiesen und teils bereits zur Ergreifung flüchtiger Personen geführt, wie die Polizei mitteilte.

Titelfoto: Bildmontage: Felix Kästle/dpa, Polizei/Bayern

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