Fahndungsplakat von Polizistin ausgehängt: Stecken Eintracht-Fans dahinter?

Frankfurt am Main - Es gibt Fan-Aktionen, die man guten Gewissens als gelungen und über alle Maßen kreativ beurteilen kann. Was sich Frankfurter Anhänger im Vorfeld des Bundesliga-Matches zwischen Eintracht Frankfurt und Hertha BSC jedoch bei dieser Maßnahme gedacht haben, entzieht sich jeglicher Art des guten Geschmacks. Mit einem gefälschten Fahndungsplakat mit dem Konterfei einer Polizistin zogen sie vor allem die Aufmerksamkeit des Polizeipräsidenten auf sich.

Die gefälschten Fahndungsplakate wurden rund um den Deutsche Bank Park und im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen entdeckt. (Symbolfoto)
Die gefälschten Fahndungsplakate wurden rund um den Deutsche Bank Park und im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen entdeckt. (Symbolfoto)  © Montage: 123RF/tekka77, 123RF/Cosmin Iftode

Wie ein Sprecher des Frankfurter Polizeipräsidiums berichtete, sei es in der Nacht vom Freitag (15. Oktober) auf den Samstag (16. Oktober) rund um den Deutsche Bank Park und im Stadtteil Sachsenhausen seitens der SGE-Fans zu einer Plakatierungs-Aktion gekommen.

Dabei handelte es sich aber keinesfalls um ein lustiges oder motivierendes Motiv in Vorfreude auf das am Samstag stattgefundene Fußballspiel.

Denn auf dem Plakat, das vom Layout den Fahndungsplakaten der hessischen Polizei ähnelte, war eine Frankfurter Polizistin klar erkennbar abgebildet. Zu allem Überfluss wurde dem Foto eine ausführliche Personenbeschreibung angehängt.

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Doch dabei wollten es die Störenfriede scheinbar nicht belassen. Im Textblock des vermeintlichen Fahndungsplakats wurden der Beamtin "Verleumdung und Aggressivität gegenüber Fans von Eintracht Frankfurt" vorgeworfen.

Zu guter Letzt wurde auf dem Plakat dazu aufgefordert, Hinweise zum Aufenthaltsort der Ermittlerin preiszugeben. Dass diese unschöne Aktion von Eintracht-Fans ausging, erhärtete auch die Tatsache, dass die Plakate mit "Fanszene Eintracht" unterzeichnet wurden.

Für Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill (64) ist die "Fan-Aktion" ein absolutes No-Go.

Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill kündigt Konsequenzen an

In seinem Statement distanzierte sich der 64-Jährige klar von derartigen Verhaltensweisen und verurteilte das Vorgehen aufs Schärfste. Er kündigte eine entsprechende Strafanzeige an. Zudem stellte er klar, dass derartige Aktionen keinesfalls dazu führen würden, dass man "Abstand von präventiven oder repressiven Maßnahmen" nehmen würde.

Stattdessen gab Bereswill zu Protokoll, dass der Plakat-Aktion "konsequente Ermittlungen" folgen würden.

Titelfoto: Montage: 123RF/tekka77, 123RF/Cosmin Iftode

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