Fünf tote Kinder in Solingen sind offenbar erstickt: Haftbefehl gegen Mutter erlassen!

Solingen – Die fünf tot aufgefundenen Kinder aus Solingen sind den Ermittlern zufolge vermutlich erstickt. Gegen die Mutter (27) wird wegen des Verdachts auf fünffachen Mord ermittelt. 

Marcel Maierhofer (r.), Leiter der Mordkommission, Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt (hinten) und Einsatzleiter Robert Gereci (M.) sprechen bei der Pressekonferenz zum Tod von fünf Kindern.
Marcel Maierhofer (r.), Leiter der Mordkommission, Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt (hinten) und Einsatzleiter Robert Gereci (M.) sprechen bei der Pressekonferenz zum Tod von fünf Kindern.  © Roberto Pfeil/dpa

Es gebe auch Hinweise, dass die kleinen Jungen und Mädchen sediert worden seien, sagte Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt am Freitag in Solingen, ohne Details zu nennen. Das habe die Obduktion der Leichen ergeben. Gegen die 27-jährige Mutter sei entsprechend Haftbefehl erlassen worden.

Die Frau habe die Tat ihrer eigenen Mutter in einem Whatsapp-Chat gestanden und sich dann in Düsseldorf vor einen Zug geworfen. Dabei habe sie schwere, aber nicht lebensgefährliche innere Verletzungen erlitten, sagte der Leiter der Mordkommission, Marcel Maierhofer.

Die Ermittler verdächtigen nicht die insgesamt drei Väter der Kinder. Polizei und Staatsanwaltschaft gingen davon aus, dass die Frau die Tat in einem Zustand der emotionalen Überforderung begangen habe. Zuvor habe sie ein Jahr von ihrem letzten Mann, dem Vater (28) von vier ihrer Kinder, getrennt gelebt, sagte Maierhofer.

Die fünf Kinder im Alter von einem bis acht Jahren hätten tot in ihren Kinderbetten gelegen, als die Einsatzkräfte am Donnerstag die Wohnung in einem Mehrfamilienhaus aufbrachen. 

Sie seien zwischen Mittwochnachmittag und Donnerstagvormittag getötet worden, sagte Maierhofer.

Die Polizei hat die Wohnungstür versiegelt. Dahinter wurden die fünf Kinder tot in ihren Betten gefunden.
Die Polizei hat die Wohnungstür versiegelt. Dahinter wurden die fünf Kinder tot in ihren Betten gefunden.  © Marcel Kusch/dpa

Sohn (11) schickte Nachricht über tote Geschwister in Gruppenchat

Solinger legen vor der Wohnung der toten Kinder zum Gedenken Kerzen, Blumen und Spielzeug ab.
Solinger legen vor der Wohnung der toten Kinder zum Gedenken Kerzen, Blumen und Spielzeug ab.  © Roberto Pfeil/dpa

Ein Junge (11), der als einziger der Geschwister überlebte, sei womöglich nur "verschont" worden, weil er zum Zeitpunkt der Tat in der Schule war, sagte der Leiter der Mordkommission. Die Vermutung sei aber noch nicht gesichert.

Der Junge habe noch nicht befragt werden können. 

In einem schulischen Gruppenchat habe der Elfjährige kurz nach der Tat geschrieben, dass alle seine Geschwister tot seien, sagte Einsatzleiter Robert Gereci.

Die Familie war dem städtischen Jugendamt vor der Tat bereits bekannt. "Der Familie wurden von der Stadt Solingen erforderliche Unterstützungen gewährt. Das Jugendamt hat zusätzlich mögliche Hilfsangebote unterbreitet", teilte die Stadt mit, ohne Details zu nennen.

"Erkenntnisse zu Auffälligkeiten oder einer potentiellen Gefährdung der Kinder gab es zu keinem Zeitpunkt."

Update, 19.50 Uhr: Nachbarn wollen mit Lichterkette trauern

Die Nachbarn der Familie mit fünf getöteten Kindern in Solingen wollen am Samstagabend mit einer Lichterkette und einer Schweigeminute um die Toten trauern. Dazu rief der Nachbarschaftsverein "Wir in der Hasseldelle" am Freitag auf.

Um der Trauer Raum zu geben, seien alle Anwohner gebeten, um 18.50 Uhr vor die Tür zu treten und eine Lichterkette zu bilden. 

"Der Tod von fünf Kindern trifft unsere Nachbarn, uns und die Hasseldelle ins Herz", hieß es in dem Aufruf zur Lichterkette. "Wir stehen unter Schock."

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0