Tödliche Geiselnahme in Tegernsee: So lief der blutige Polizeieinsatz ab

Tegernsee - Eine schreckliche Tat erschüttert die 3660-Seelengemeinde Tegernsee in Bayern. Ein Mann hielt dort seine Lebenspartnerin zunächst als Geisel und erstach sie dann mit einem Messer. Im Laufe des Einsatzes wurde der 46-Jährige selbst durch einen Schuss eines Polizisten getötet. Nun hat das Polizeipräsidium Oberbayern Süd den detaillierten Ablauf des blutigen Einsatzes veröffentlicht. 

Ein Polizist steht vor dem Mehrfamilienhaus in Tegernsee in dem sich die schreckliche Tat abspielte.
Ein Polizist steht vor dem Mehrfamilienhaus in Tegernsee in dem sich die schreckliche Tat abspielte.  © Angelika Warmuth/dpa

Am Dienstag um 17 Uhr erreichte die Beamten der Notruf: in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhauses in der Schwaighofstraße soll es Streitigkeiten geben. Als die erste Streife beim Einsatzort eintrifft, verwehrt ein 46-Jähriger den Polizisten den Zutritt.

Verbal versuchten die Einsatzkräfte den Mann dazu zu bewegen, die Wohnungstür zu öffnen. Doch der 46-jährige Italiener beharrte darauf, dass sein erwachsener Sohn kommen solle, um mit ihm zu sprechen.

Um die aufgeheizte Situation zu beruhigen, entschieden sich die Beamten zunächst dazu, auf den Sohn zu warten, der um 18.40 Uhr eintraf. 

Die beiden hätten sich auf Italienisch unterhalten - danach sei die Lage eskaliert. Es sei Geschrei aus der Wohnung zu hören gewesen. 

Die Beamten mussten sofort reagieren, "um eine Gefahr für Leib und Leben der Frau abzuwenden". Die Beamten verschafften sich daraufhin gewaltsam Zugriff zu der Wohnung.

Der Mann kletterte zwischenzeitlich mit der Frau auf den Nachbarbalkon. Dort bedrohte er sie und stach schließlich mehrfach mit einem Messer auf sie ein.

Blutiger Polizeieinsatz in Tegernsee: Polizist erschießt Messer-Mann

Ein Polizeiwagen steht am Tag nach der Tat vor dem Mehrfamilienhaus in Tegernsee.
Ein Polizeiwagen steht am Tag nach der Tat vor dem Mehrfamilienhaus in Tegernsee.  © Uwe Lein/dpa

Bei dem darauffolgenden Notzugriff zündete der Tatverdächtige zunächst einen Knallkörper. Als die Beamten erneut in die Wohnung eindrangen, bedrohte der Angreifer sie mit einem Messer.

Laut Polizeiangaben forderten die eingesetzten Beamten den Mann mehrfach dazu auf, die Waffe wegzulegen und drohten wiederholt mit Schusswaffengebrauch. 

Trotzdem ging der 46-Jährige mit dem Messer in der Hand auf einen Polizisten zu, der daraufhin zweimal auf den Mann schoss. Bodycams zeichneten das Geschehen auf.

Ein Schuss traf den Messer-Mann tödlich. Sofort eingeleitete Reanimationsmaßnahmen durch einen Notarzt waren vergebens.

Auf dem Balkon fanden die Einsatzkräfte die schwerstverletzte Frau. Die 25-Jährige erlag ihren schwerwiegenden Stichverletzungen noch am Tatort.

Das Kleinkind des verstorbenen Paares, das sich zur Tatzeit in der Wohnung befand, befindet sich derzeit in der Obhut von Angehörigen.

Die Kriminalpolizeistation Miesbach und die Staatsanwaltschaft München II ermitteln bezüglich der Tötung der 25-Jährigen. Das Bayerische Landeskriminalamt untersucht den polizeilichen Schusswaffengebrauch.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Staatsanwaltschaft von einer Notwehr beziehungsweise Nothilfehandlung des Polizeibeamten aus. 

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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