Ausnahmezustand in Minneapolis: Nächtliche Ausgangssperre, dennoch Gewalt und Proteste

Minneapolis - Nach Ausschreitungen in Minneapolis nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz, hat der Bürgermeister der US-Großstadt eine Ausgangssperre erlassen. Die Proteste haben jedoch auch nach Beginn dieser angedauert.

Ein Fahrzeug der Polizei von Atlanta brennt während einer Demonstration gegen Polizeigewalt. Der Protest richtet sich nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners Floyd gegen Rassismus und Polizeigewalt.
Ein Fahrzeug der Polizei von Atlanta brennt während einer Demonstration gegen Polizeigewalt. Der Protest richtet sich nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners Floyd gegen Rassismus und Polizeigewalt.  © Mike Stewart/AP/dpa

In der Proklamation von Bürgermeister Jacob Frey hieß es, die Ausgangssperre gelte jeweils in der Nacht zu Samstag und Sonntag von 20.00 Uhr (Ortszeit/2.00 Uhr MESZ) bis 6.00 Uhr.

Begründet wurde die Ausgangssperre mit möglichen weiteren Unruhen. Auch der Bürgermeister der Nachbarstadt St. Paul verkündete eine nächtliche Ausgangssperre.

Infolge von Floyds Tod war es in den vergangenen Nächten zu schweren Ausschreitungen in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota gekommen. 

Geschäfte gingen in Flammen auf, es kam zu Plünderungen. Demonstranten stürmten auch eine Polizeiwache und legten Feuer. Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein.

Demonstrationen nach dem Tod von George Floyd

Wütende Demonstranten klettern vor einem Gebäude des Senders CNN auf ein Auto der Polizei und zerstören es.
Wütende Demonstranten klettern vor einem Gebäude des Senders CNN auf ein Auto der Polizei und zerstören es.  © Ben Gray/TNS via ZUMA Wire/dpa

In der Anordnung des Bürgermeisters hieß es, ein Verstoß gegen die Ausgangssperre könne mit einer Geldstrafe von bis zu 1000 Dollar (900 Euro) oder Haft von bis zu 90 Tagen bestraft werden.

Auf Fernsehbildern war am Freitagabend (Ortszeit) zu sehen, wie Demonstranten durch die Straßen zogen.

Floyd war am Montag bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen. Einer der vier an dem Einsatz beteiligten Polizisten wurde am Freitag des Mordes angeklagt. Bei ihm handelt es sich um den Polizisten, der sein Knie minutenlang an den Hals Floyds gedrückt hatte.

Floyd hatte mehrfach um Hilfe gefleht, bevor er das Bewusstsein verlor, wie ein Video festgehalten hatte. Der 46-jährige Schwarze wurde bei seiner Ankunft im Krankenhaus für tot erklärt.

Vier Polizisten wurden entlassen

Nick Cannon, Comedian in den USA, hält bei Demonstrationen ein Bild von George Floyd in der Hand und fordert Gerechtigkeit nach dem Tod des Afroamerikaners.
Nick Cannon, Comedian in den USA, hält bei Demonstrationen ein Bild von George Floyd in der Hand und fordert Gerechtigkeit nach dem Tod des Afroamerikaners.  © Brian Peterson/Star Tribune/AP/dpa

Die vier an dem Einsatz beteiligten Polizisten wurden entlassen. Sie waren zunächst aber weder festgenommen noch angeklagt worden. Die Untersuchungen gegen die drei anderen Polizisten dauern an.

Gouverneur Walz hatte Demonstranten am Freitag eindringlich zum Gewaltverzicht aufgerufen. Probleme wie systematischer Rassismus müssten angegangen werden, dies könne aber nicht passieren, solange noch "Anarchie auf den Straßen herrscht", sagte Walz.

Titelfoto: Mike Stewart/AP/dpa ; Brian Peterson/Star Tribune/AP/dpa

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