Geburtstags-Party oder Gottesdienst? Polizei löst Veranstaltung mit über 170 Gästen auf

Berlin - Jede Menge zu tun für die Berliner Polizei. Erst am Samstagabend hatten die Beamten eine Hochzeitsfeier in Wedding beendet. Trotz Lockdown hatten rund 60 Gäste den Bund der Ehe gefeiert - ohne sich aber an die Corona-Schutzmaßnahmen zu halten.

Polizisten stehen vor dem Eingang des Saals.
Polizisten stehen vor dem Eingang des Saals.  © Morris Pudwell

Kaum jemand habe einen Mund-Nasen-Schutz getragen - auch die Abstandsregel wurde offenbar nicht eingehalten. Nach Polizeiangaben wurden insgesamt 56 Verstöße gegen die geltende Corona-Schutzverordnung festgestellt.

Nur einen Tag später und wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt rückt die nächste Corona-Veranstaltung in Berlin-Gesundbrunnen in den Mittelpunkt.

Zwischen der Koloniestraße und Soldiner Straße hatten sich am Sonntagabend über 100 Personen in einem Saal versammelt - hauptsächlich Familien mit Kindern.

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Nach eigenen Angaben wollen sie dort einen Gottesdienst abgehalten haben. Aufgrund der festlichen Kleidung und des geschmückten Saals mit "Happy Birthday"-Bannern schien das den Beamten aber nicht gerade glaubhaft.

Sie lösten die Ansammlung, bei der erneut Corona-Regeln missachtet wurden, auf und nahmen die Personalien der Gäste auf.

Update, 11.29 Uhr: Polizei löst Gottesdienst mit mehr als 170 Menschen auf

Wie die Polizei berichtet, waren weit mehr als 170 Menschen beim Gottesdienst anwesend. In einem Saal der Kirchengemeinde seien am Sonntagabend gegen 19.45 Uhr 170 Erwachsene sowie weitere Kinder von der Polizei angetroffen worden, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Die Menschen hätten weder Masken getragen noch Abstände eingehalten. Ein Hygienekonzept und Anwesenheitslisten hätten ebenfalls gefehlt.

Der Pfarrer habe angegeben, eigentlich sei ein Gottesdienst im kleinen Kreis geplant gewesen, die Zahl der Besucher sei dann aber gestiegen. Die Polizei stellte Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten gegen mehr als 100 Menschen. Um welche Gemeinde es sich handelte, sagte die Polizei nicht.

Titelfoto: Morris Pudwell

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