Friedhofsgärtner tötete fünf Menschen: Deshalb ermittelt die Polizei weiter

Lüneburg - Im Fall des mutmaßlichen Serienmörders von Lüneburg überprüft die Polizei bundesweit mögliche Verbindungen zu rund 250 Taten, für die der Mann auch verantwortlichen sein könnte.

Bei der Durchsuchung auf dem Grundstück des mutmaßlichen Serienmörders sicherten die Polizisten zahlreiche Gegenstände. (Archivbild)
Bei der Durchsuchung auf dem Grundstück des mutmaßlichen Serienmörders sicherten die Polizisten zahlreiche Gegenstände. (Archivbild)  © dpa/Philipp Schulze

Dazu gehören unter anderem Tötungsdelikte und Vergewaltigungen, wie ein Sprecher der für den Fall zuständigen Polizeidirektion Lüneburg mitteilte. "Eine heiße Spur ist nicht darunter", sagte er. 

Die Taten seien der eigens eingerichteten Koordinierungsstelle gemeldet worden. 

Der frühere Friedhofsgärtner gilt nicht nur als Verantwortlicher für zwei Doppelmorde in der Göhrde im Landkreis Lüchow-Dannenberg, die 1989 für Schlagzeilen gesorgt hatten. Unter einer Garage war auf einem früheren Grundstück des Mannes im Herbst 2017 am Stadtrand von Lüneburg zudem auch die Leiche einer seit 1989 verschwundenen Frau gefunden worden. Die Polizei richtete daraufhin die entsprechende Clearingstelle ein. 

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Andere Dienststellen aus dem In- und Ausland sollen sich mit ihr in Verbindung setzen und so ihre Fälle abgleichen. 

Der Gärtner beging 1993 Selbstmord, als er wegen anderer Vorwürfe in U-Haft saß. 

Gegen Tote wird nicht ermittelt, doch zumindest in einigen Fällen soll der Mann von einem als Beschuldigten geführten möglichen Komplizen unterstützt worden sein.

Ermittlungen gegen toten Friedhofsgärtner und mögliche Komplizen gehen weiter

Eine Hundertschaft der Polizei durchkämmte den Wald in der Göhrde bereits im Juli 1989.
Eine Hundertschaft der Polizei durchkämmte den Wald in der Göhrde bereits im Juli 1989.  © dpa/Michael Behns

Ein Bewegungsbild des Mannes wurde erstellt, er lebte längere Zeit auch in Karlsruhe. Im Mai 2019 hat die Polizei zahlreiche Asservate aus dem früheren Haus des Mannes ins Internet gestellt, darunter ausgegrabene Handtaschen und Schuhe.

Auch zwei bislang ungeklärte Mordfälle aus der Region Lüneburg beschäftigen dabei die Ermittler weiter. Im Mai 1969 wurde eine 14-jährige Schülerin missbraucht und getötet, ihre Leiche später an der Elbe gefunden. Ein knappes Jahr später wurde eine 38-Jährige am Stadtrand mit einer Kleinkaliberwaffe erschossen.

Von insgesamt 2000 Akten mit Spuren hat die Ermittlungsgruppe Göhrde schon etwa die Hälfte abgearbeitet. "Auch in Corona-Zeiten hat die Ermittlungsgruppe weiter gearbeitet, zum Teil im Homeoffice", sagte der Polizeisprecher.

Titelfoto: dpa/Philipp Schulze

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