Chaos an Görlitzer Grenze nach Polen: 40 Kilometer Stau auf der A4!

Görlitz - Das war dann wohl Sachsens größter Parkplatz: Von der polnischen Grenze bis nach Bautzen ging über 40 Kilometer nichts mehr.

Das THW kämpft sich durch die Autobahn, die aktuell eher ein riesiger Parkplatz ist.
Das THW kämpft sich durch die Autobahn, die aktuell eher ein riesiger Parkplatz ist.  © xcitepress

Wegen der Grenzkontrollen im Zuge der Corona-Krise bildete sich über Nacht ein Stau, der am Tag immer weiter wuchs und letztlich sogar das Technische Hilfswerk (THW) auf den Plan rief (TAG berichtete bereits).

Die Polizei rät am Dienstag keinem mehr, über die Autobahn nach Görlitz zu fahren. Wer es versucht, bleibt ab Bautzen stecken: "Ausschließlich Fahrzeuge im Grenzverkehr nach Polen sollen auf der Autobahn 4 verbleiben", so Polizeisprecherin Anja Leuschner (32). 

"Denn der Grenzübergang Ludwigsdorf ist für Fahrzeuge die einzige Möglichkeit vom Freistaat Sachsen in die Republik Polen zu gelangen." 

Da dort aber nur noch Polen, Warentransporte, Diplomaten und wenige andere einreisen dürften, wird dort strengstens kontrolliert.

Hubschrauber überwacht Verkehrsfluss

Der Stau führt auch zum Großeinsatz auf deutscher Seite: So überwacht ein Hubschrauber den Verkehrsfluss, durch den Tunnel Königshainer Berge geht es nur blockweise. Auch die Nebenstrecken waren schnell verstopft.

"Wir sind mit acht Einsatzkräften vor Ort", sagt Uwe Halfpap (49), Ortsbeauftragter des Görlitzer THW. "Wir helfen den Verkehr zu lenken und Rettungsgassen freizuhalten."

An der tschechischen Grenze läuft es besser: Dort wird schon seit zehn Tagen kontrolliert, das auch wohl weniger bürokatisch. Deshalb gab es hier am Dienstag keinen Rückstau. 

Update, 17. März, 15.56 Uhr: Polizei sperrt alle Auffahrten auf die A4

Inzwischen sperrt die Polizei nach und nach alle Auffahrten auf die BAB 4 ab Bautzen-West bis Görlitz. Damit soll der Stau auf den angrenzenden Strecken abgebaut oder vermieden werden.

In der Gegenrichtung wird zudem die Geschwindigkeit auf 100 km/h herabgesetzt. Variable Klappschilder an der Fahrbahn weisen die Verkehrsteilnehmer darauf hin. Dies ist notwendig, damit Rettungskräfte über die linke Fahrspur zu hilfsbedürftigen Personen im Stau gelangen können.

Für Viele ging es zunächst nur noch zu Fuß weiter.
Für Viele ging es zunächst nur noch zu Fuß weiter.  © Christian Essler / Xcitepress
Ein Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks an einem Reisebus.
Ein Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks an einem Reisebus.  © Christian Essler / Xcitepress

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