Senior will an deutsch-französischer Grenze Lotto spielen, dann eskaliert die Situation

Saarbrücken - Bei einer Kontrolle an der französisch-saarländischen Grenze ist es zu einer Auseinandersetzung zwischen Bundespolizisten und einem 65-jährigen Franzosen gekommen. 

Der 65-Jährige ignorierte laut Angaben der Polizei mehrere Halte-Aufforderungen (Symbolbild).
Der 65-Jährige ignorierte laut Angaben der Polizei mehrere Halte-Aufforderungen (Symbolbild).  © dpa/Carsten Rehder

"Wir nehmen den Sachverhalt sehr ernst", sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Sonntag. Zurzeit würden Videoaufnahmen des Vorfalls ausgewertet. "Wenn sich Ansatzpunkte für ein Fehlverhalten der Beamten ergeben sollten, werden wir auch disziplinarische Maßnahmen prüfen."

Demnach wollten Beamte am Freitagmittag am Grenzübergang "Goldener Bremm" einen aus Frankreich einreisenden Mann kontrollieren. Laut Bundespolizei habe dieser aber die Anhaltezeichen der Beamten ignoriert, sei weitergefahren und habe erst in einer Seitenstraße in Deutschland gehalten. 

Der Mann habe angegeben in Deutschland Lotto spielen zu wollen. Daraufhin verweigerten die Beamten dem Mann laut Bundespolizei die Einreise, da diese aufgrund der Corona-Pandemie nur bei einem zwingenden Einreisegrund erlaubt ist. Sie forderten ihn auf, Deutschland zu verlassen.

Der 65-Jährige habe die Beamten abermals ignoriert und sei in ein Kiosk gegangen, um seinen Lottoschein abzugeben.

Ein Polizist sei ihm gefolgt und habe ihn abermals aufgefordert, zurückzukehren. Als der 65-Jährige zum wiederholten Male der Aufforderung nicht Folge leistete, habe der Beamte den Mann am Arm gegriffen und hinausgeleitet.

65-Jähriger reiste aus Frankreich an um in Deutschland Lotto zu spielen

Eigenen Angaben zufolge wollte der aus Frankreich eingereiste Mann lediglich an einem Kiosk Lotto spielen (Symbolbild).
Eigenen Angaben zufolge wollte der aus Frankreich eingereiste Mann lediglich an einem Kiosk Lotto spielen (Symbolbild).  © Christophe Gateau/dpa

Beim Hinausgehen seien die beiden Männer dann gestolpert und zu Boden gefallen, sagte der Sprecher weiter. Man habe versucht ihm aufzuhelfen, was von dem 65-Jährigen aber nicht erwünscht gewesen sei. Gegen ihn wurde wegen des Grenzübertritts ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Ein Video des Vorfalls kursierte am Wochenende in verschiedenen Medien und veranlasste auch Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) einen Brief an Innenminister Horst Seehofer (CSU) zu schreiben. Darin schildere er den Sachverhalt und bitte um die Aufklärung des Vorfalls, teilte ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage am Sonntag mit. 

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte den Umgang Conradts mit dem Vorfall. "Die politisierende Skandalisierung und gespielte Empörung des Saarbrücker Oberbürgermeisters Conradt, der weder den Sachverhalt kennt noch irgendeine Zuständigkeit hat, sind unerträglich und unanständig", teilte der stellvertretende Vorsitzende der GdP der Bundespolizei Sven Hübner am Sonntag mit. 

Nach ersten Erkenntnisse hätten die Beamten "einwandfrei rechtmäßig, verhältnismäßig und sogar sehr geduldig gehandelt".

Titelfoto: dpa/Carsten Rehder

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