Gesicht verätzt! 22-Jähriger muss in Spezialklinik, doch was wollte er mit den Chemikalien?

Graben-Neudorf - Schwere Verätzungen hat ein 22-Jähriger im Kreis Karlsruhe erlitten - nun ermittelt die Polizei!

Einsatzkräfte am Sonntag im Bahnhofsring.
Einsatzkräfte am Sonntag im Bahnhofsring.  © Leonhard Buchner / Einsatz-Report24

Wie die Polizei mitteilt, ereignete sich der Vorfall am Sonntagnachmittag im Bahnhofsring in Graben-Neudorf.

Nach bisherigen Erkenntnissen zerbarst um kurz vor 16 Uhr in der Wohnung eines dortigen Mehrfamilienhauses ein mit Chemikalien befüllter Kunststoffkanister, woraufhin die Rettungsdienste verständigt wurden.

Der 22-jährige Bewohner wurde mit der Flüssigkeit benetzt und erlitt schwere Verätzungen im Gesicht und am Oberkörper.

Seine Mutter (65) war ebenfalls in der Wohnung anwesend. Als sie ihrem Sohn zu Hilfe kam, bekam sie die Chemikalien an beiden Unterarmen ab.

Doch sie hatte Glück und trug lediglich Hautrötungen davon. Diese konnten ambulant in einem Krankenhaus versorgt werden.

Ihr schwer verletzter Sohn kam per Rettungsdienst in eine Spezialklinik. Lebensgefahr besteht laut Polizeiangaben wohl aber nicht.

Junger Mann wollte angeblich Seife herstellen

Die Einsatzkräfte fanden in der Wohnung kanisterweise Chemikalien.
Die Einsatzkräfte fanden in der Wohnung kanisterweise Chemikalien.  © Leonhard Buchner / Einsatz-Report24

Die Freiwillige Feuerwehr aus Graben-Neudorf war mit insgesamt 24 Kräften im Einsatz und entdeckte in der Wohnung diverse Kanister mit Chemikalien, die der 22-Jährige dort aufbewahrt hat.

Eigenen Angaben zufolge wollte der junge Mann, der als Chemisch-Technischer Assistent arbeitet, damit Seife herstellen.

"Nach Hinzuziehung eines Chemieexperten der Feuerwehr aus Weingarten und eines Sprengstofffachmanns des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg eignen sich die Chemikalien nicht unmittelbar zur Herstellung von Sprengstoff oder etwa Betäubungsmitteln", schreiben die Beamten.

Offenbar handelt es sich bei dem Fund um durchweg frei verkäufliche Gefahrstoffe, die allerdings in den jeweils festgestellten Mengen von mehreren Litern für die Handhabung im Privathaushalt nicht geeignet sind.

Die Wohnung bleibt nach dem Unglück vorerst nicht bewohnbar, bis die chemischen Stoffe durch eine Fachfirma entsorgt und der betroffene Bereich entsprechend gereinigt wurde.

Derzeit dauern die Ermittlungen insbesondere auch dahingehend an, ob ein strafbares Handeln vorliegen könnte.

Titelfoto: Leonhard Buchner / Einsatz-Report24

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