Große "Querdenken"-Demo in Sinsheim: Polizei weiterhin im Einsatz

Sinsheim - Die Initiative "Querdenken" führt am Sonntagnachmittag auf dem Parkplatz des Schwimmbadgeländes in Sinsheim eine große Corona-Demo durch.

800 Teilnehmer sind zu der Corona-Demo der Initiative "Querdenken" auf dem Schwimmbadgelände in Sinsheim zugelassen.
800 Teilnehmer sind zu der Corona-Demo der Initiative "Querdenken" auf dem Schwimmbadgelände in Sinsheim zugelassen.  © Leonard Buchner / Einsatz-Report24

Wie ein Polizeisprecher vor Ort TAG24 telefonisch mitteilte, sei die zugelassene Teilnehmerzahl von 800 schnell erreicht worden.

Daraufhin haben die Beamten alle Zugangswege gesperrt, da weiter reger Zulauf herrschte.

Neuankommende werden auf die Auflagen aufmerksam gemacht und gebeten, sich wieder vom Veranstaltungsort zu entfernen.

Mit über 100 Sachen durch die Innenstadt: Polizei kann Motorradfahrer (32) stoppen
Polizeimeldungen Mit über 100 Sachen durch die Innenstadt: Polizei kann Motorradfahrer (32) stoppen

Einzelne Personengruppen hätten dem Sprecher zufolge bereits Spontan-Demonstrationen abgehalten. Diese werden von den starken Polizeikräften vor Ort sukzessive aufgelöst.

Die Beamten appellieren, die gegebenen Regeln der Corona-Verordnung einzuhalten und kontrollieren etwaige Verstöße sowohl innerhalb als auch außerhalb des Veranstaltungsgeländes.

Update: 15.20 Uhr

Polizei löst große Spontanversammlung auf

Wie die Polizei am Nachmittag auf Twitter mitteilte, hat sie eine Spontanversammlung mit Hunderten Teilnehmern aufgelöst.

Nach Angaben der Beamten hatten sich in der Innenstadt 500 bis 600 Menschen zusammengefunden.

Update: 16.30 Uhr

Hunderte Fahrzeuge und bald 1000 Personen kontrolliert

Außerhalb des Veranstaltungsgeländes haben Beamte inzwischen gut 460 Fahrzeuge und über 950 Personen kontrolliert, wie die Polizei auf Twitter mitteilt.

Dabei seien rund 100 Verstöße gegen die Coronaverordnung festgestellt worden.

Update: 17.36 Uhr

Versammlung ist beendet

Die Versammlung auf dem zugewiesenen Gelände ist nach Polizeiangaben beendet.

Die Beamten bleiben jedoch noch weiter in und um Sinsheim im Einsatz, um den Abgang der Demo-Teilnehmer zu überwachen und gegebenenfalls Spontan-Demos aufzulösen.

Update: 22.15 Uhr

So lief die Demo aus Polizeisicht

Insgesamt kamen rund 3500 Teilnehmer zur Demo.
Insgesamt kamen rund 3500 Teilnehmer zur Demo.  © 7aktuell.de

Am späten Abend schilderte die Polizei die "Querdenker"-Demo (13 bis 17.30 Uhr) aus ihrer Sicht.

Demnach war bereits am Sonntagmorgen ein starker, auch überregionaler Anreiseverkehr, festzustellen. Die Teilnehmer kamen vor allem mit Autos, Bussen und dem ÖPNV.

"Da auf dem Veranstaltungsgelände lediglich 800 Teilnehmer zugelassen waren und mit einer weitaus größeren Anzahl an Teilnehmern zu rechnen war, hatte die Polizei ihr Einsatzkonzept flexibel angepasst", heißt es in der Pressenotiz. "Nachdem am Versammlungsort die zugelassene Teilnehmeranzahl erreicht worden war, wurden alle weiteren, auf dem Weg zur Versammlung befindliche Personen, an mehreren Stellen insbesondere an den drei Autobahnabfahrten der A6 und am Bahnhof Sinsheim konsequent abgewiesen."

Polizei entdeckt Handgranate in verschlammtem Auto: Verdacht auf Plünderung
Polizeimeldungen Polizei entdeckt Handgranate in verschlammtem Auto: Verdacht auf Plünderung

Die Versammlung auf dem Schwimmbadparkplatz in der Lilienthalstraße verlief überwiegend störungsfrei. Unter den Teilnehmern wurden mehrfach Verstöße gegen die Maskentragepflicht sowie die Abstandsregeln festgestellt, worauf die Polizei über den Veranstalter mehrfach einwirkte.

Einige Menschen, die vor einer Sperrstelle auf Einlass zum Versammlungsgelände gewartet hatten, wurden in Absprache mit der Versammlungsbehörde der Stadt nachträglich auf das Gelände eingelassen, da der Druck an der Engstelle sowie "die damit verbundene Verdichtung der Personen unter dem Gesichtspunkt des Infektionsschutzes zu groß geworden war".

Wegen des weiterhin starken Zustroms musste die Autobahnabfahrt Sinsheim-Süd kurzzeitig komplett gesperrt werden. Da einige Teilnehmer versuchten über die Bahngleise zum Veranstaltungsort zu gelangen musste auch der Bahnverkehr zwischen Heilbronn und Heidelberg von 13.15 Uhr bis gegen 16.45 Uhr voll gesperrt werden. Es wurde ein Ersatzverkehr eingerichtet.

Im Anschluss wurde der Bahnverkehr freigegeben. Die Züge fuhren hierbei im Bereich Sinsheim nur noch auf Sicht.

Gefährliche Körperverletzung, Angriff auf Beamte

Die Polizei war stets präsent, kontrollierte mehr als 1500 Personen und 460 Fahrzeuge.
Die Polizei war stets präsent, kontrollierte mehr als 1500 Personen und 460 Fahrzeuge.  © 7aktuell.de

Die aufgrund der festgelegten Kapazitätsgrenze am Versammlungsort abgewiesenen Teilnehmer versammelten sich an verschiedenen Örtlichkeiten im Stadtgebiet von Sinsheim immer wieder zu größeren Personengruppen. Zum Teil kam es so zu Ansammlungen von mehreren Hundert Personen.

Zur Einhaltung der Corona-Verordnung wurden diese Ansammlungen aufgelöst und Verstöße konsequent geahndet. Eine Personengruppe meldete eine Spontanversammlung an, die allerdings durch die Versammlungsbehörde der Stadt Sinsheim nicht zugelassen wurde. Zu dieser hatten sich 500 Personen am Hauptbahnhof in Sinsheim eingefunden.

Da sich die Personengruppe auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht auflöste, wurden auch hier die Personalien aller Teilnehmer erhoben und Platzverweise ausgesprochen. Gegen sie wurden Anzeigen gefertigt. Aufgrund der polizeilichen Maßnahmen mussten in der Innenstadt immer wieder Straßen gesperrt werden.

Letztendlich geht die Polizei von einer Teilnehmerzahl im Raum Sinsheim von rund 3500 Personen aus.

Insgesamt kam es bei dem Einsatz zu neun Straftaten, unter anderem einer gefährlichen Körperverletzung zum Nachteil eines Polizeibeamten, zwei Ermittlungsverfahren wegen tätlichen Angriffs und Widerstands gegen Polizeibeamte sowie zu mehreren Beleidigungen gegen eingesetzte Beamte und einem Verstoß gegen das Waffengesetz.

Es wurden 1561 Personen und 460 Fahrzeuge kontrolliert. Gegen 387 Personen wurden Platzverweise ausgesprochen und rund 600 Personen sehen nun Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung entgegen, eine Person gelangte wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz zur Anzeige.

Titelfoto: Leonard Buchner / Einsatz-Report24

Mehr zum Thema Polizeimeldungen: