Anschlag auf Bahngleisen in Marsberg? Täter legen menschengroße Puppe auf die Schienen!

Marsberg - Lokführer unter Schock! Am Mittwochabend kam es im sauerländischen Marsberg zu einem Zwischenfall. Bislang unbekannte Täter legten eine wohl selbstgebastelte Puppe auf die Bahngleise zwischen Warburg und Meschede. Der Lokführer überfuhr diese trotz Schnellbremsung.

Diese Puppe wurde auf den Gleisen deponiert. Im Anschluss erfasste sie der Zug.
Diese Puppe wurde auf den Gleisen deponiert. Im Anschluss erfasste sie der Zug.  © Polizei Hagen - Marsberg

Wie die Polizeidirektion Hagen mitteilte, ist der 49-jährige Lokführer unter Schock, nachdem er geglaubt hatte, eine auf den Gleisen sitzende Person auf Höhe der Straße "Lange Ricke" erfasst und getötet zu haben.

Trotz Schnellbremsung gelang es ihm nicht, den Zug noch rechtzeitig zum Stehen zu bekommen und überrollte die Puppe schließlich.

Kurz nach dem Vorfall wurde gegen 22.15 Uhr die Bundespolizei durch die Deutsche Bahn AG alarmiert.

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Kurz darauf waren gleich mehrere Einsatzkräfte vor Ort und konnten zumindest recht schnell Entwarnung geben. Es handelte sich lediglich um eine Attrappe und keinen Menschen.

Neben den Bundespolizisten waren auch Beamte der Polizei des Hochsauerlandes und Kräfte der Feuerwehr Obermarsberg vor Ort.

Die Puppe war nach Aussagen der Ordnungshüter in Kleidung eingepackt und bestand darunter aus Holz sowie Füllmaterial. Die ähnlich wie eine Vogelscheuche gebaute Attrappe wurde von dem oder den Tätern mit dem Rücken zur Fahrtrichtung auf die Gleise gesetzt.

Keine Verletzten, Fahrgäste zu Bahnübergang evakuiert

Glücklicherweise wurde durch die Gefahrenbremsung des Lokführers im Zug niemand verletzt. Der Triebfahrzeugführer stand infolge der Kollision dennoch unter Schock, da er zunächst im Glauben war, einen Menschen getötet zu haben.

Die Strecke wurde im Zuge der Ermittlungen für etwa zwei Stunden gesperrt. Die Fahrgäste des DB-Zuges wurden zu einem naheliegenden Bahnübergang evakuiert.

Während der Untersuchungen am Tatort fanden die Beamten im Anschluss noch weitere Kleidungsstücke im näheren Umkreis an die Unfallstelle. Ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr wurde bereits eingeleitet.

Zu den Hintergründen ist derzeit noch nichts Genaueres bekannt. Inwiefern es sich um einen makaberen Streich handelte, oder gar beabsichtigt war, jemanden durch eine Bremsung zu verletzen, ist noch unklar.

Titelfoto: Polizei Hagen - Marsberg

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