Hanauer Jugendamt hatte Hinweise auf Probleme in Familie der toten Geschwister

Hanau - Dem Hanauer Jugendamt haben vor dem gewaltsamen Tod eines Geschwisterpaares Hinweise auf familiäre Probleme vorgelegen.

In diesem Hochhaus lebte die Familie der beiden toten Geschwister.
In diesem Hochhaus lebte die Familie der beiden toten Geschwister.  © dpa/Boris Rössler

Die Familie sei zum Jahreswechsel 2021/22 nach Hanau zugezogen, teilte die Stadt am Donnerstag auf Anfrage mit. "Mitte Januar wurde dem Jugendamt Hanau bekannt, dass es familiäre Probleme gab."

Sofort nach dieser Information sei das Jugendamt auf die Familie zugegangen und habe Angebote unterbreitet, darunter die sozialpädagogische Familienhilfe, teilte die Stadt Hanau am Donnerstag auf Anfrage mit.

Dabei habe es sich insbesondere um Unterstützung bei Behördengängen und im Familienalltag gehandelt. "Das Angebot wurde durch die Familie angenommen", erklärte die Stadt.

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Am Vortag waren in Hanau zwei Geschwister zu Tode gekommen, Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Mordverdachts und fahnden nach einem Tatverdächtigen.

Dabei soll es sich um den Vater des siebenjährigen Mädchens und des elfjährigen Jungen handeln, offiziell bestätigt wurde dies von den Ermittlern bisher nicht.

Hinweise auf Gewalt soll es bei den Kontakten mit der Familie nicht gegeben haben

Mit Plüschtieren, Kerzen und Blumen drücken die Menschen in Hanau ihre Anteilnahme an den furchtbaren Geschehnissen aus.
Mit Plüschtieren, Kerzen und Blumen drücken die Menschen in Hanau ihre Anteilnahme an den furchtbaren Geschehnissen aus.  © dpa/Boris Rössler

Der Junge war am Mittwochmorgen schwer verletzt vor einem Hochhaus in der Hanauer Innenstadt gefunden worden und kurze Zeit später in einem Krankenhaus gestorben. Seine Schwester fanden die Beamten auf dem Balkon der Wohnung im neunten Stock des Hauses, in der die Kinder lebten.

Neben einem beauftragten Fachträger habe auch der Kommunale Soziale Dienst (KSD) in Kontakt mit allen Familienmitgliedern gestanden, hieß es von der Stadt. "Bei diesen Kontakten waren keine Hinweise auf Gewalt erkennbar."

Anfang dieser Woche habe der KSD dann vom beauftragten Träger die Rückmeldung erhalten, "dass sich das familiäre Verhältnis wohl verschlechtert habe". Im KSD sei deshalb entschieden worden, erneut das Gespräch zu suchen und einzugreifen.

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Am Donnerstag hätten sich der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (62, SPD) und Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (61, SPD) intensiv mit der Fallakte beschäftigt, erklärte die Stadt.

Titelfoto: dpa/Boris Rössler

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