Statt zu helfen: Gaffer filmen Kampf um Leben eines Mannes!

Heilbronn - Unfassbar: Anstatt einem Mann in lebensbedrohlichem Zustand zu helfen, gafften unzählige Passanten am Montag lieber!

Die Polizisten vor Ort konnten die Gaffer zunächst nicht davon abhalten, weil sie selbst bei der Rettung mithelfen mussten. (Symbolbild)
Die Polizisten vor Ort konnten die Gaffer zunächst nicht davon abhalten, weil sie selbst bei der Rettung mithelfen mussten. (Symbolbild)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Der Vorfall geschah gegen 18.45 Uhr am Heilbronner Marktplatz, so die Polizei. Ein 41-Jähriger lag dort leblos am Boden und befand sich in einem medizinisch sehr kritischen Gesundheitszustand. 

"Neben den wenigen Ersthelfern tummelte sich eine Vielzahl an Personen um die Rettungsmaßnahmen", schrieben die Beamten. 

Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte kämpften diese um das Leben des Mannes. Anstatt die Einsatzkräfte jedoch in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen, die gerade den Mann reanimierten, versammelten sich immer mehr Schaulistige um die Einsatzstelle. 

Viele der Personen zückten ihre Smartphones und filmten die Szene! 

"Die Polizeibeamten im Einsatz waren ebenfalls in die lebensrettenden Maßnahmen eingebunden, sodass sie die Gaffer nicht davon abhalten konnten", heißt es weiter. 

Polizei appelliert an die Bevölkerung

Die Beamten weisen aufgrund des Vorfalls darauf hin, dass das Filmen einer Person in einer hilflosen Lage nicht nur moralisch und gesellschaftlich nicht hinnehmbar sei, sondern auch eine Straftat darstelle.

Denn neben der "Unterlassenen Hilfeleistung" (§ 323c StGB) ist auch die "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen" (§ 201a StGB) eine Straftat die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden kann.

Die Polizei appelliert an die Bevölkerung: "Wenn sich ein Mensch in einer hilflosen Lage befindet, dann helfen Sie dem- oder derjenigen. Letztendlich kann jeder einmal in eine solche Situation kommen und Hilfe oder Unterstützung benötigen. In einer solchen Lage gefilmt zu werden, möchte vermutlich niemand."

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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