Polizist schlägt Teenager mit Faust ins Gesicht und bekommt mildes Urteil

Kiel – Nach einem Faustschlag eines Polizisten ins Gesicht eines pöbelnden jungen Mannes vor drei Jahren muss das Land Schleswig-Holstein 750 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Zwei Polizisten gehen durch die Menschenmenge bei der Kieler Woche. (Symbolbild)
Zwei Polizisten gehen durch die Menschenmenge bei der Kieler Woche. (Symbolbild)  © Carsten Rehder/dpa

Zugleich verpflichtete eine Zivilkammer des Kieler Landgerichts am Montag das Land, dem Kläger etwaige Spätschäden durch den Nasenbeinbruch zu begleichen.

Allerdings nur zur Hälfte, da den jungen Mann wegen dessen nicht zu rechtfertigender Beleidigungen ein Mitverschulden treffe, urteilte die Kammer. Das teilte ein Gerichtssprecher auf Anfrage mit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Tätlichkeit des Beamten ereignete sich 2017 während der Kieler Woche. Der damals 18-Jährige hatte Feuerwehrleute bepöbelt. Auch die hinzugerufenen Polizeibeamten beleidigte der stark angetrunkene Mann massiv. 

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Zu dem Faustschlag kam es, obwohl er bereits mit den Händen auf dem Rücken fixiert war und zwei Polizistinnen ihn zusätzlich rechts und links an den Armen festhielten.

Der junge Mann stellte Strafanzeige. Der Polizist wurde auch von einer Kollegin wegen Körperverletzung im Amt angezeigt. 

Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein

Das Strafverfahren stellte die Staatsanwaltschaft mit der Begründung ein, eine Notwehr des Polizeibeamten sei nicht auszuschließen.

Das sah die Zivilkammer anders. Eine Notwehrlage des Beamten wegen eines angeblichen Kopfstoßes sei nicht bewiesen. Auch die heftigen Beleidigungen des jungen Mannes begründeten nicht den Schlag ins Gesicht. 

Der junge Mann hatte sich vor Gericht für seine damaligen Entgleisungen ausdrücklich entschuldigt. Er ist heute Zeitsoldat.

Titelfoto: Carsten Rehder/dpa

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