In Schule gekifft und gekokst: Ermittlungen gegen sieben Polizeischüler

Kiel – Sie konsumierten mutmaßlich Kokain oder Cannabis: Gegen sieben junge Polizisten laufen in Schleswig-Holstein Disziplinarverfahren und teilweise auch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Drei von ihnen droht die Entlassung aus dem Polizeidienst.

Ein Mann zieht an einem Joint. (Symbolbild)
Ein Mann zieht an einem Joint. (Symbolbild)  © picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Gegen fünf Beamte ermittelt zudem die Staatsanwaltschaft Lübeck, wie Landespolizeidirektor Michael Wilksen am Donnerstag in Kiel sagte. 

"Bei drei Beamten sind die Vorwürfe so schwerwiegend, dass sie bereits keinen Dienst mehr ausüben dürfen und ein Entlassungsverfahren ansteht." Die Polizisten sind zwischen 21 und 29 Jahre alt und waren gemeinsam in einer Klasse der Polizeischule in Eutin.

Die Beamten hatten nach Wilksens Angaben in unterschiedlicher Schwere Umgang mit verbotenen Substanzen wie Kokain und Cannabis. "Wir sind über die Vorgänge schockiert", sagte Wilksen. Keiner der Polizisten sei vorher wegen Drogenkonsums auffällig gewesen. "Wer derartige Straftaten begeht und Drogen konsumiert, hat in den Reihen der Landespolizei nichts zu suchen."

Die Drogen wurden zum Teil auch in den Räumen der Polizeischule in Eutin konsumiert. Die Gruppe habe konspirativ agiert, der Konsum habe über einen längeren Zeitraum im Kollektiv stattgefunden, sagte die Leiterin der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung, Maren Freyher. 

Motive der Polizeischüler noch unklar

Auszubildende der Polizeischule beobachten einen Einsatz. (Symbolbild)
Auszubildende der Polizeischule beobachten einen Einsatz. (Symbolbild)  © Christian Charisius/dpa

Die Motive der fünf Männer und zwei Frauen seien noch nicht geklärt. Polizeibewerber müssen Selbstauskünfte zu Drogen, Alkohol und Medikamenten abgeben. 

Die Hausordnung der Polizeischule wurde bereits angepasst. "Es sind keine harten Alkoholika mehr auf den Stuben erlaubt", sagte Freyher. Auch berauschende Mittel jedweder Art seien nicht zugelassen.

Den Anfang nahm der Fall durch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im April 2019 gegen einen 26 Jahre alten Beamten. Dabei wurden auch große Datenmengen sichergestellt. Er stand mit den sechs anderen Polizisten in verschiedenen Chatgruppen in Kontakt. Der Tatzeitraum liegt zwischen November 2017 und April 2019.

Innenstaatssekretär Torsten Geerdts (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur, "in unserer Polizei haben Drogen- und Medikamentenmissbrauch nichts zu suchen". 

Es sei nicht hinzunehmen, wenn sieben der etwa 8000 Polizisten im Land dies wohl nicht verstanden hätten. Er begrüßte, dass Wilksen und Freyher klar Stellung bezogen.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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