Fahrzeugkontrolle an Autobahn: Polizei macht bei Blick ins Handschuhfach große Augen

Nettetal - Da klingelte es aber vorne rechts! Am Samstagmittag huschte ein kleiner Citroen C2 über die Autobahn 61 an der Anschlussstelle Kaldenkirchen. Beamte wurden auf das Fahrzeug aufmerksam und baten den Fahrer zur Kontrolle.

Der Polizei ist ein großer Fang ins Netz gegangen. (Symbolbild)
Der Polizei ist ein großer Fang ins Netz gegangen. (Symbolbild)  © dpa/dmp press Ralf Roeger

So überprüfte die entsprechende zivile Streifenwagenbesatzung aus dem nordrhein-westfälischen Kempen gegen 12.30 Uhr den Wagen des 58-jährigen Fahrers aus Niederkassel.

Beim Handschuhfach angelangt fanden die Polizisten dann etwas, womit sie wohl nicht unbedingt gerechnet hatten. Weit über 80.000 Euro lagen dort in einem braunen Briefumschlag.

Nachdem die Ordnungshüter den türkischen Fahrer zur Herkunft des Geldes befragt hatten, gab dieser laut der Bundespolizeiinspektion Kleve widersprüchliche Aussagen zu Protokoll.

Dies war den Beamten schließlich nicht ganz geheuer, woraufhin sie den Reisenden zum Bundespolizeirevier in Kempen brachten, um weitere Ermittlungen durchführen zu können.

Vor Ort wurde der Inhalt des Umschlages dann auch genau gezählt. 83.900 Euro ergab die Geldzählung auf der Dienststelle! Schließlich ordnete das Zollfahndungsamt Essen die Sicherstellung des Geldes an und leitete ein Clearingverfahren ein.

Der Fahrer hingegen durfte nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen weiterreisen. Da die Anschlussstelle Kaldenkirchen auf der A61 ein grenznahes Gebiet ist, sind die Zollbeamten vor Ort verstärkt im Einsatz.

Bargeldmengen ab 10.000 Euro sind mündlich anzuzeigen

Ordentlich Schotter! Insgesamt 83.900 Euro fanden die Beamten im Handschuhfach.
Ordentlich Schotter! Insgesamt 83.900 Euro fanden die Beamten im Handschuhfach.  © Polizei Kleve

"Nach dem Zollverwaltungsgesetz wird der Verkehr mit Barmitteln und gleichgestellten Zahlungsmitteln über die Grenzen Deutschlands zu anderen Mitgliedsstaaten der EU in erster Linie durch die Kontrolleinheiten des Zolls an den Grenzen und im Landesinneren überwacht", so die Polizeiinspektion.

Zollbedienstete und Beamte der Bundespolizei sind zur Durchführung von Kontrollen befugt.

Im Grundsatz gilt, dass alle aus einem EU-Mitgliedsstaat mitgeführten Barmittel, welche den Wert von 10.000 Euro übersteigen, auf Befragen mündlich entsprechend anzuzeigen sind.

Sollte der Befragte dieser Aufforderung allerdings nicht nachkommen, handele er ordnungswidrig, so die Polizeiinspektion weiter.

Die Ermittlungen im Fall dauern derweil an.

Titelfoto: dmp press Ralf Roeger, Polizeiinspektion Kleve

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