Bombenentschärfer lassen Unmengen Waffen mitgehen: Ermittlungen vor Abschluss

Koblenz - Rund zwei Jahre nach einer Razzia erwartet die Staatsanwaltschaft Koblenz ein baldiges Ende ihrer Ermittlungen gegen rheinland-pfälzische Bombenentschärfer.

Die Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes hatten gefundene Waffen und Munition teilweise in der Dienststelle und in Privaträumen gelagert
Die Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes hatten gefundene Waffen und Munition teilweise in der Dienststelle und in Privaträumen gelagert  © Bild-Montage: dpa/Thomas Frey, dpa/Swen Pförtner

Damit dürfte "in den nächsten Monaten zu rechnen sein", teilte sie der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Bei den Ermittlungen gegen acht Männer geht es um mutmaßliche Verstöße gegen das Waffengesetz. Bei der Durchsuchung der Dienststelle des Kampfmittelräumdienstes in Koblenz und der Privaträume einiger Beschuldigter waren 2020 nach einer anonymen Anzeige Schusswaffen, Kartuschen, Patronen, alte Zünder und Teile von gefundenen Sprengkörpern sichergestellt worden.

Historische militärische Fundstücke als Andenken zu Hause? Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier teilte seinerzeit der dpa mit: "Hauptsächlich war das wohl keine kriminelle Energie" - sondern vielmehr vermeintliches Gewohnheitsrecht oder Gedankenlosigkeit. Die internen Kontrollen seien verschärft worden.

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Nach aktuellen Angaben der ADD werden gefundene Kampfmittel digital erfasst und jeweils einem Lagerort zugeordnet, verbunden mit einem Vier-Augen-Prinzip.

Zwei Beschuldigten wurde gekündigt

"Regelmäßig werden Stichproben und Inventuren gemacht, um den Bestand der Fundmunition zu überprüfen. Ziel ist es, den Weg der Munition vom Fundort bis zur Vernichtung nachvollziehen zu können", ergänzte die Trierer Behörde.

Zwei Beschuldigten sei gekündigt worden. Ein weiteres Arbeitsverhältnis "endete durch Renteneintritt". Gegenwärtig hat der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz eine Räumgruppe mit elf Mitarbeitern in Koblenz und eine mit drei Experten in Worms.

Das Landeskriminalamt (LKA) hat laut Staatsanwaltschaft ein waffenrechtliches Gutachten erstellt - mit der Gelegenheit zur Stellungnahme für die Verteidiger.

Da der Hauptbeschuldigte seinen Anwalt gewechselt habe, sei es zu einer Verzögerung gekommen.

Titelfoto: Bild-Montage: dpa/Thomas Frey, dpa/Swen Pförtner

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