Künftiger LKA-Chef zu rechtsextremen Polizei-Chats: "Es ist nicht witzig, Nazi-Symbole zu teilen"

Mannheim - Der künftige Chef des Landeskriminalamts Baden-Württemberg, Andreas Stenger (58), will gegen rechtsextremistische Chat-Inhalte bei Polizisten vorgehen.

Andreas Stenger (58) wird ab 1. Mai LKA-Chef.
Andreas Stenger (58) wird ab 1. Mai LKA-Chef.  © Uwe Anspach/dpa

Er setze hohe Erwartungen in die neue landesweite LKA-Kampagne "Nicht bei uns", die für professionelle Kommunikation in der Polizei wirbt, sagte er im Interview mit dem Mannheimer Morgen (Freitag).

"Wer bei extremistischen, fremdenfeindlichen, antisemitischen oder sexistischen Inhalten nicht widerspricht oder den Absender blockiert, der bekommt dienstrechtliche Folgen", sagte er dem Blatt. Stenger wird am 1. Mai seinen Dienst als LKA-Chef antreten.

"Es ist nicht witzig, Nazi-Symbole zu teilen oder etwas, das antisemitisch oder menschenfeindlich ist. Da muss klar sein: Hier gibt es keine Toleranz", so Stenger.

Mehr als 100.000 Euro geklaut: Anklage gegen Kaufland-Plünderer
Polizeimeldungen Mehr als 100.000 Euro geklaut: Anklage gegen Kaufland-Plünderer

Chatgruppen in der Polizei hätten zwar oftmals keine strafrechtliche Relevanz. Das Dienstrecht sei aber deutlich schärfer und führe bei Polizeianwärtern in Ausbildung zur Entlassung. Auch im Polizeipräsidium Mannheim, das Stenger bisher leitete, habe es einzelne Vorfälle geben.

Hier wolle man sich dem Thema offensiv stellen und damit Vorreiter sein, so der scheidende Polizeipräsident. Ziel der Kampagne sei es, dass "Polizisten nicht naiv in solche Dinge reinrutschen." Zudem wolle man sie gegen die Gefahren im Netz wappnen.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

Mehr zum Thema Polizeimeldungen: