Notruf aus dem Leichenwagen: Das waren die kuriosesten Polizeieinsätze 2020

Hannover/Hamburg/Kiel - Es gibt wohl nichts, was Polizisten bei ihren Einsätzen nicht erleben. Manche sind gefährlich, manche dramatisch oder gar tragisch - und andere einfach urkomisch.

Der Notruf kam ausgerechnet aus dem Laderaum des Leichenwagens. (Symbolbild)
Der Notruf kam ausgerechnet aus dem Laderaum des Leichenwagens. (Symbolbild)  © 123RF/helloitsme

Eine Auswahl der kuriosesten Polizeieinsätze des Corona-Jahres 2020 in Norddeutschland:

Zu gemütlich

Ein Notruf aus einem Leichenwagen hat die Polizei in Göttingen alarmiert. Im Laderaum eines schwarzen Transporters fanden die Beamten aber weder einen Toten noch einen Scheintoten, sondern den sehr lebendigen Fahrer.

Auf der nächtlichen Fahrt von Hamburg nach Frankfurt war der Mitarbeiter eines Bestattungsinstituts müde geworden. Er parkte am Friedhof von Lutterberg im Landkreis Göttingen und kroch zum Schlafen hinten in sein Gefährt.

Als er morgens erwachte, konnte er den Wagen von innen aber nicht mehr öffnen. Also rief er über sein Handy um Hilfe.

Nur weg!

Eine 101 Jahre alte Frau schlich sich aus einem Braunschweiger Seniorenheim, um ihrer Tochter zu gratulieren - mitten im ersten Corona-Lockdown.

Listig nahm sie den Notausgang. Als eine Streifenbesatzung zu einer offensichtlich orientierungslosen älteren Dame gerufen wurde, bestritt sie zunächst, in dem Altenheim zu leben. Im Gespräch mit der Tochter stellte sich aber heraus, dass sie dort wohnt, ihre Tochter aber schmerzlich vermisst.

Zumindest aus dem Streifenwagen konnte sie die Tochter dann kurz sehen, bevor die Polizisten sie zurückfuhren.

Der Borkum-Krimi

Willi (12) aus Hessen hatte den Dieb beobachtet.
Willi (12) aus Hessen hatte den Dieb beobachtet.  © --/Privat/dpa

An der Trampolinanlage nahm dieser Krimi Fahrt auf - und der 12-jährige Willi sorgte mit seinen Ermittlungen à la "Die drei ???" für Aufsehen. Während des Sommerurlaubs auf der Nordseeinsel Borkum beobachtete er einen Mann beim Stehlen der Einnahmen und verfolgte ihn auf der Flucht von der Promenade in die Dünen.

Willi konnte den Dieb auch wiedererkennen, als dieser sich in anderer Kleidung wieder auf der Promenade blicken ließ.

Gemeinsam mit einem Passanten sprach der Junge den Unbekannten an und wartete, bis die Polizei kam, die den Fall dann übernahm.

Corona-Versteckspiel

Diese Polizeigeschichte hat so nur Corona schreiben können: Sechs Feiernde lieferten sich Ende November ein Corona-Versteckspiel mit Beamten. Diese waren frühmorgens wegen Gegröle und lauter Musik von Anwohnern in Bad Nenndorf im Kreis Schaumburg gerufen worden.

An der Wohnungstür gab der 24 Jahre alte Bewohner an, nur zwei Besucher zu haben - sechs volle Gläser gaben allerdings einen deutlichen Hinweis. Die Polizei stieg ins Versteckspiel ein:

Die Beamten fanden einen Besucher kauernd hinter einem Hamsterkäfig, einen voll angezogen im Bett.

Er stellte sich schlafend. Es folgten Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz und die Corona-Verordnung.

Hauptsache weiße Weste

Schwarz gefahren, aber weiße Weste dank großer Wäsche auf der Zugtoilette: Ein Schwarzfahrer hat im Toilettenraum eines Regionalzuges von Braunschweig nach Hannover nicht nur sich, sondern auch seine Kleidung seelenruhig im Handwaschbecken gewaschen.

Ein Zugbegleiter wunderte sich über eine Wasserlache - und fand den 28-Jährigen, der weder eine Fahrkarte noch Geld besaß. In Hannover klopften dann Bundespolizisten an die Tür - der Mann wusch sich und seine Kleidung unbekümmert weiter.

Die Beamten nahmen ihn mit zur Wache und schrieben eine Anzeige wegen Leistungserschleichung. Nicht die erste - schon mehrfach war er beim Schwarzfahren erwischt worden.

Wer ist "Jürgen"?

Der gefundene Ring mit dem eingravierten Namen "Jürgen".
Der gefundene Ring mit dem eingravierten Namen "Jürgen".  © Polizei Harburg

Diese Frage hat Polizei und Öffentlichkeit nach einem Einbruch in Neu Wulmstorf im Kreis Harburg umgetrieben. Die Opfer hatten nach der Tat einen fremden Ehering in ihrem Haus gefunden (TAG24 berichtete).

Die Suche nach "Jürgen" begann, denn der Vorname war in den Ring eingraviert. Der Einbrecher könnte das Schmuckstück anderswo gestohlen und im Haus verloren haben, lautete eine Theorie. Geklärt werden konnte dies aber nicht, auch wenn sich bei der Polizei gleich zwei Kandidaten meldeten: Ein Jürgen aus Nordrhein-Westfalen rief in der Hoffnung an, der bei einem Urlaub verlorene Ehering seiner Frau wäre wieder aufgetaucht.

Und auch auf eine Anfrage aus Baden-Württemberg folgte eine Enttäuschung, denn in beiden Fällen passte das eingravierte Datum nicht.

Titelfoto: 123RF/helloitsme

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