Lennéstraße mit gefälschten Fahndungsplakaten tapeziert: "Dynamolandfriedensbruch"

Dresden - Üble Nachrede und Verleumdung von Personen des politischen Lebens! So benennt die Dresdner Polizei das, was sie am Samstag um das Rudolf-Harbig-Stadion wahrnahm und entfernte.

Auch Sachsens Innenminister Roland Wöller (50, CDU) ist auf den fingierten Fahndungsplakaten zu sehen.
Auch Sachsens Innenminister Roland Wöller (50, CDU) ist auf den fingierten Fahndungsplakaten zu sehen.  © Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa

Wie die Polizeidirektion Dresden am Sonntagmorgen mitteilte, haben bislang unbekannte Täter am Samstag insgesamt 30 Plakate an der Lenné- und der Walpurgisstraße befestigt.

Dabei handelte es sich um fingierte Fahndungsplakate in Anlehnung an die Öffentlichkeitsfahndung der "SOKO Hauptallee" bezüglich 20 Randalierern, die sich am 16. Mai, beim Aufstiegsspiel der SG Dynamo Dresden gegen Türkgücü München (4:0), mit der Polizei anlegten.

So wurden 27 Plakate entlang der Lennéstraße und drei an der Walpurgisstraße befestigt.

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Zu sehen sind neben zahlreichen uniformierten Einsatzkräften auch die Bilder vom sächsischen Innenminister Roland Wöller (50, CDU), dem Pressesprecher der Polizeidirektion Dresden Thomas Geithner (47) sowie dem Soko-Leiter Enrico Lange (36).

Dresdner Polizei ermittelt wegen übler Nachrede und Verleumdung von Personen des politischen Lebens

Beim Spiel gegen Türkgücü kam es zum Aufeinandertreffen von Polizei und teils gewaltbereiten Randalierern.
Beim Spiel gegen Türkgücü kam es zum Aufeinandertreffen von Polizei und teils gewaltbereiten Randalierern.  © DPA / Sebastian Kahnert

Im zugehörigen fingierten Text stand geschrieben: "Gefahndet wird öffentlich nach 20 Personen, die im Verdacht stehen, an den Ausschreitungen am 16. Mai 2021 rund um das Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden beteiligt gewesen zu sein. Ihnen wird schwerer Dynamolandfriedensbruch vorgeworfen."

"Die Polizei ermittelt wegen übler Nachrede und Verleumdung", so die Beamten nun in der entsprechenden Pressemitteilung am Sonntag.

Beim Spiel am 16. Mai kam es ab der 60. Minute zu Ausschreitungen. Über 200 Verletzte gab es zu beklagen.

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Die Dresdner Polizei hat gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft und der "Soko Hauptallee" eine entsprechende Öffentlichkeitsfahndung nach 20 Personen gestartet.

Bereits wenige Stunden nach Veröffentlichung haben sich sechs Verdächtige selbst gestellt.

Titelfoto: Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa, Screenshot/Twitter @Abschiss

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