Nach blutiger Attacke in Seniorenwohnanlage: Polizei erschießt Messermann

Mainz - Nach den tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen 57 Jahre alten Messerangreifer in einer Mainzer Seniorenwohnanlage (TAG24 berichtete) sind die Hintergründe noch unklar. 

Mit einem Sichtschutz versehen ist der Tatort (u.) im Stadtteil Gonsenheim, wo ein Mann von der Polizei erschossen wurde.
Mit einem Sichtschutz versehen ist der Tatort (u.) im Stadtteil Gonsenheim, wo ein Mann von der Polizei erschossen wurde.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Der 57-Jährige hatte Dienstagabend einen 76 Jahre alten Mitbewohner der Anlage mit einem Messer schwer verletzt und die herbeigerufenen Polizisten bedroht, wie die Polizei am Mittwoch berichtete. Weder Pfefferspray noch der Einsatz eines Elektroschockers (Taser) hätten den Angreifer stoppen können. Ein Beamter habe dann bei der Festnahme des 57-Jährigen mehrere Schüsse abgegeben.

Die Polizei war gegen 17 Uhr von dem Messerangriff verständigt worden. Eine Streife entdeckte eine größere Blutspur im Flur der fünfstöckigen Wohnanlage und den Schwerverletzten. Er wurde mit Schnittverletzungen im Gesicht und am Arm ins Krankenhaus gebracht, und die Polizei forderte Unterstützung an. Mindestens drei Streifenwagen seien am Tatort gewesen, berichtete ein Polizeisprecher.

Der mutmaßliche Angreifer hielt sich den Angaben zufolge beim Eintreffen der Polizei auf der Terrasse seiner Erdgeschosswohnung auf und trat - mit einem Messer bewaffnet - auf die Beamten zu, als diese seine Wohnung ausgemacht hatten und ihn festnehmen wollten. 

Warum der Mann seinen älteren Nachbarn verletzt hatte, war zunächst völlig unklar. Seit 2014 sind in Rheinland-Pfalz bei Polizeieinsätzen nach Angaben des Innenministeriums sechs Menschen erschossen worden. 

Eine Beamtin der Spurensicherung markiert Spuren den Tatort im Stadtteil Gonsenheim, wo ein Mann von der Polizei erschossen wurde.
Eine Beamtin der Spurensicherung markiert Spuren den Tatort im Stadtteil Gonsenheim, wo ein Mann von der Polizei erschossen wurde.  © dpa/Frank Rumpenhorst

Der Taser wurde von Dezember 2018 bis Ende November 2019 in 139 Fällen eingesetzt. In fast 76 Prozent dieser Fälle (106) habe die alleinige Androhung ausgereicht. Neuere Zahlen gibt es noch nicht.

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst

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